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Blieb noch das Wichtigste: Die Abfindung seines Rivalen Heinrich von Sachsen. Sie war nur durch die Befriedigung seiner Macht- und Habgier zu erreichen. Also musste der Babenberger Heinrich “Jasomirgott”  Bayern an den „Löwen“ abtreten. Der bekam auch das Besetzungsrecht der wieder errichteten Bistümer Oldenburg, später Lübeck, Ratzeburg und Mecklenburg. Das ergab eine Art Autonomie für Nord- und Nordostdeutschland.

Der um Bayern erleichterte Babenberger wird Herzog in der bayerischen Ostmark, in der die Babenberger bisher Markgrafen waren. Damit lief Österreich vom Stapel - worunter man noch lange nur Niederösterreich zu verstehen hat. Innerhalb weniger Jahre werden also die zwei Staaten angelegt, die Jahrhunderte später den Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland austragen werden: Brandenburg-Preußen und Österreich.


Bayern war zum zweitenmal kleiner geworden. Wichtiger noch, es war nun Binnenland ohne Ausdehnungsmöglichkeiten. Das Revier des Löwen war damit abgesteckt. Wollte der Löwe sein Land vergrößern, konnte er das nur von Sachsen aus und nur nach Osten. Die Ostkolonisation Heinrichs des Löwen beruht also lediglich auf der einzigen Möglichkeit, die ihm geblieben war.

Inzwischen hatte sich Friedrich scheiden lassen. Jetzt heiratete er Beatrix, die reiche Erbin von Burgund und der Provence. Ihr Onkel hatte die goldene Gans gefangengehalten, um ihr Erbe selbst einzustreichen. Die Minderjährige soll Venus an Schönheit, Minerva an Tugend und Juno an Macht übertroffen haben. Zur Hochzeit schenkte sie Barbarossa 5.000 Ritter, in der langen und glücklichen Ehe zehn Kinder.

Friedrich verbreiterte die staufische Machtbasis dort, wo die Macht des Reiches am größten war: am Rhein. Er gab die rheinische Pfalzgrafschaft und Besitz aus dem Saliererbe am mittleren Rhein seinem Halbbruder. Daraus entstand die spätere Pfalz.

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