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Die stolzen Bürger warfen die kaiserlichen Statthalter hinaus und verbündeten sich mit Papst Alexander. Dem wird vom Kaiser ein anderer entgegengestellt, drei weitere Gegenpäpste folgen, ein siebzehnjähriges Schisma steht bevor. Aus Trotz taufen die etwa zwanzig Städte des lombardischen Bundes ihre Festung zu Ehren des Papstes Alessandria. Friedrich kann Mailand besiegen, es wird zerstört, seine Bürger müssen sich in vier Dörfern ansiedeln. Nach einem Sieg über die Römer werden die Deutschen wieder einmal von einer Seuche dezimiert. Die letzten Städte fallen vom Kaiser ab, der über die Alpen entkommt. Auch der fünfte Italienzug misslingt. Der Kaiser braucht Hilfe. Nur der "Löwe“ kann sie heranführen. In Chiavenna am Comer See bittet der Kaiser seinen mächtigen Vetter darum. Der "Löwe" weiß, der Kaiser muss siegen. So erpresst er ihn. Er soll ihm die Reichsstadt Goslar, das reiche Zentrum des Silberbergbaus am Harz, überlassen. Auch dieser Kaiser muss erleben, dass starke Reichsfürsten das Reich ausbluten lassen. Sein Heer verblutet in der Schlacht von Legnano. Es sei die letzte gewesen, behaupten Spötter, in der die Italiener ohne fremde Hilfe gesiegt hätten. Doch sechs Italien”reisen” waren nötig, um in Ober- und Mittelitalien die Zugehörigkeit zum Reich nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.


Nach heutigen Einsichten war die staufische Italienpolitik freilich ein Irrweg, weil sie Kräfte verschliss, die in der Heimat nötig gewesen wären. Aber: "Ein Verzicht auf Italien hätte in Deutschland helle Empörung ausgelöst und wäre von niemandem ... verstanden worden. Man kann sich aus den Zwängen einer langen Tradition nicht so einfach davonstehlen, auch wenn der spätere Betrachter gute Gründe für eine andere Politik entdecken mag."

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