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Wegen eines Streites des Löwen mit dem Bischof von Halberstadt und dem Erzbischof von Köln kam es wegen Landfriedensbruchs 1178 zum berühmtesten Polit-Prozess des deutschen Mittelalters. Der Löwe leistete keiner Ladung Folge. So verfiel er der noch sühnbaren Acht . Da er auch seine Vasallenpflichten verletzte, erkennt ihm ein lehensrechtliches Verfahren die Herzogtümer Sachsen und Bayern ab. Ein Jahr nach diesem Spruch erfolgt die Oberacht, die auch den Verlust der Eigenbesitze bedeutet. Der Kaiser mildert das Urteil, er belässt ihm die Eigengüter Braunschweig und Lüneburg. Heinrich muss für drei Jahre an den Hof seines Schwiegervaters, des Königs von England, in die Normandie. Als er an Bardowiek, der Rivalin des von ihm geförderten Lüneburg, vorüberzieht, entbieten ihm die Bekämpften einen letzten Gruß. Den verlängerten Rücken blankgezogen, hocken sie auf der Mauer: eine Zinne, ein Hintern in alternierender Folge. Als Barbarossa und alle großen Feinde auf dem Kreuzzug waren, kam Heinrich zurück. Alle wehrhaften Männer ließ er niedermachen, die Stadt zerstören bis auf den Dom, auf den er einmeißeln ließ: “Vestigium leonis” - Die Spur des Löwen.


Über seine Länder war schon entschieden. Westfalen kam an Köln. Seitdem war der Erzbischof von Köln Herzog von Westfalen. Der Osten kam unter dem alten Namen Sachsen an den Askanier Bernhard von Anhalt, dessen Familie Aschersleben, latinisiert Ascarien, seinen Namen gab. Sie wird von den Wettinern beerbt werden. Auch Bayern wird geteilt: Die Steiermark wird selbständiges Herzogtum. Kroatien, Dalmatien und Meranien, ein Landstrich um Fiume - wird Herzogtum unter den Grafen von Andechs. Das übrige Bayern aber bekommt jener Pfalzgraf Otto von Wittelsbach, der das deutsche Heer aus der Veroneser Klausen-Klemme befreit hatte. Seine Nachfahren geboten von da an dem deutschen Südstaat bis 1918.


Deutschland schien unter dem alternden Kaiser ruhigeren Zeiten entgegenleben zu können. Da kam aus dem heiligen Land die Schreckensnachricht, der Türkensultan Saladin habe das Kreuzfahrerheer vernichtet. Akkon, Jaffa, Beirut waren von ihm erobert worden, schließlich auch Jerusalem. Der Himmel hatte die Bußübungen der Töchter der fränkischen Oberschicht nicht erhört: Sie hatten auf dem Kalvarienberg nackt öffentlich kalte Wannenbäder nehmen müssen, dabei war ihnen das Haar geschoren worden.

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