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Der Papst rief zum Kreuzzug auf, und wieder erfasste der Kreuzzugsgeist Europa. Der Kaiser fühlte sich verpflichtet, dem Reich die Führerschaft bei der Rückeroberung der heiligen Stätten zu sichern. Der nun schon 66-Jährige zog mit seinem Kontingent von Regensburg die Donau hinab; tägliche Marschgeschwindigkeit 25 bis 31 Kilometer. Herzog Leopold von Österreich, die Erzbischöfe von Köln und Bremen, der Landgraf von Thüringen und die Friesen nahmen den Seeweg. In Anatolien gab es Versorgungsschwierigkeiten und aufreibende Scharmützel. So kam man an den kleinen, aber reißenden Salef, der heute Göksu heißt. Der Kaiser ging nach dem Essen baden. Kurz darauf wurde seine Leiche ans Ufer geschwemmt. An der linken Seite der Straße Nr. 35 von Konya nach Silifke steht an der Todesstelle ein Gedenkstein.


Friedrich I. “gehörte zu den glückhaften Naturen, an deren Misserfolg man nicht glauben kann, da sie selbst nicht daran glauben können. Und so passt dieser Tod” im fernen Morgenland und sein kraftvolles Ende zu diesem Mann. Das Volk hat seinen Tod nicht glauben wollen. Mehrere falsche Barbarossi gingen um. Und in der Romantik verkörperte sich nationales Hoffen in der Sage vom Kaiser, der tief im Berg auf seine Stunde wartet, um sein Volk herrlichen Zeiten entgegenzuführen.


Jerusalem wurde nicht erreicht. Viele Ritter verkauften ihre Waffen gegen Essbares. Von Seuchen dezimierte Reste kamen nur vor die Seefestung Akkon im heutigen Israel. Der Kreuzzug war zu früh abgebrochen worden. Die Rivalität der Söhne Saladins hatte die islamische Macht so geschwächt, dass ein glücklicheres Ende möglich gewesen wäre.


Trotzdem hat dieser dritte Kreuzzug die künftigen Geschehnisse stark beeinflusst: Im Lager vor Akkon gründeten deutsche Pilger eine Spitalgenossenschaft. Sie entwickelte sich zum Deutschen Ritterorden, der Ostpreußen und das Baltikum erobern und kultivieren wird.


Beim Einreiten in die ausgehungerte Stadt ließ der englische König Richard „Löwenherz“ das Banner des Österreich-Herzogs Leopold V., das auf einer Bastion wehte, um Besitz und Beute zu markieren, herrunterreißen. Da der Österreicher nach dem Tod des Kaisers Befehlshaber des deutschen Heeres war, war damit auch die Ehre des Reiches in den Dreck getreten.

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