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Im Aufbruch zum Kreuzzug starb Kaiser Heinrich mit 32 Jahren in Messina, mit Arsenik vergiftet. Ein Chronist schildert die Hintergründe: “Es hat aber Keyser HEINRICH weil sein Gemahl alt war / seinen Ehebund übel gehalten / allenthalben Hurerey und Ehebruch getrieben / und damit der alten und auch geilen CONSTANTIAE (sie, die Tochter ROGERS von Sizilien und Apulien, war schon 50 Jahre alt, als er sie heirathete) Ursach geben sich an einen Sicilischen Herrn zu hengen / und aus anstifftung ihrer Landsleute der Sicilier / ihrem Ehegemahl Gifft bey zu bringen / weil er viel ihrer Vettern getödtet / und mit den Siciliern gar grausam umb gangen war.”


Dem Kaiser war in der Todesstunde klar, dass er Reich, Kaisertum und Sizilien seinem Söhnchen nur durch äußerstes Entgegenkommen erhalten konnte. Markward von Annweiler sollte daher die päpstliche Lehenshoheit  anerkennen und die mathildischen Güter herausgeben. Doch die Herrschaft der Deutschen wurde von einer Springflut des Hasses weggespült. Der Kaiserbruder Philipp, Herzog von Schwaben und Tuszien, konnte nicht einmal mehr seinen Neffen Friedrich zur Königskrönung nach Aachen holen. Er musste froh sein, dass er selbst heil über die Alpen entkam. Daher wuchs der Staufererbe nicht im Lande seiner Väter auf, sondern in wesensfremder Umgebung. Wäre der Onkel nur wenige Tage früher gekommen, wäre die Geschichte anders verlaufen.


Nach dem Tod seiner Mutter übernahm der Papst als Vormund die Regentschaft über Unteritalien-Sizilien bis zur Mündigkeit Friedrichs. Innozenz III. erweiterte den zusammengeschmolzenen Kirchenstaat zu einem mittelitalienischen Landgürtel, der Reichsitalien von Unteritalien trennte. Die staufische Umklammerung  war gesprengt.

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