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Anfangs wollte er die Reichsrechte auch in Oberitalien wiederherstellen. Er konnte das jedoch nur unauffällig tun, weil er den Papst brauchte, um zum Kaiser gekrönt zu werden. Die Kaiserkrone wiederum hätte er gebraucht, um mit ihrem Gewicht die Nachfolge seines Sohnes zu sichern. Um das habsburgische Erbkönigtum durchzudrücken, verbündete er sich sogar mit den Staufermördern: Er gab dem Enkel Karls von Anjou eine seiner Töchter. Erst später wollte er auf Italien und unhaltbare Teile Burgunds verzichten. Doch der Vater kam nicht nach Rom, der Sohn nicht zur Nachfolge. Die letzte Reise des alten Mannes ging “nach Speyer, wo viele meiner Vorgänger liegen, die auch Könige waren. Und dass man mich nicht hinbringen muss, will ich selber zu ihnen geritten kommen.”

Auf die Nachricht von seinem Tod schlossen Schwyz, Uri und Unterwalden einen “ewigen Bund”. Er gilt als die Geburt der Schweiz. Damals hat wohl auch jener Tyrannenmord stattgefunden, den Schiller mit seinem Wilhelm Tell zum National-Epos der Schweizer machte. Doch den Tell gab es nicht und auch Geßler war ein anderer. Allein die hohle Gasse war für die Habsburger Herren bedeutsame Realität: Durch sie führte eine der wichtigsten Passstraßen Europas: der Weg zum Gotthard. Möglich, dass der  habsburgische Obervogt Konrad von Tillendorf dort von Landam(t)mann Stauffacher ermordet wurde. Die Bilanz des Verhassten endet um diese Zeit ohne Abschluss.

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