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Die Kurfürsten suchten wieder einen “armen, kleinen Grafen”. Der Mainzer Erzbischof empfahl seinen Verwandten und Nachbarn, den Grafen Adolf von Nassau . Um sich eine Hausmacht zu schaffen, kaufte er die Fürstentümer Meißen und Thüringen. Das nötige Geld ließ er sich von England für seine und anderer Fürsten Kriegsbeteiligung gegen Frankreich geben. Darauf ließ er sich von Frankreich seine Neutralität bezahlen. Als er auch noch seinen Königsmacher und den König von Böhmen prellte, setzten ihn die Kurfürsten ab. Dem Sohn Rudolfs, Albrecht von Österreich, übertrugen sie die Exekution. Tüchtig und entschlossen wie sein Vater, marschierte er an den Oberrhein und am linken Rheinufer nach Norden. Bei Göllheim unweit Alzey fällt Adolf von Nassau in der Schlacht. Am nächsten Morgen fand man seine nackt geplünderte Leiche. Der Sieger wird König - Albrecht von Österreich . Ein siegreiches Heer ist eben der beste Wahlhelfer, besonders, wenn es mitten unter den rheinischen Kurfürsten biwakiert.


Nun hatten die Kurfürsten gerade das, was sie nicht wollten: einen starken König. Er war klug, ein Taktiker, Diplomat und Organisator, aber weder ein Charmeur, noch ein Adonis. Er hatte nur noch ein Auge und einen Buckel. Die Leutseligkeit des Vaters fehlte ihm. Trotz seiner Hausmacht war Albrecht in seiner zehnjährigen Regierungszeit vollauf damit beschäftigt, sich zu behaupten. In Österreich hatte der Landfremde eine starke Opposition. Von seinem Vorgänger behielt er Thüringen und Meißen. Die rheinischen Kurfürsten versuchten ihn zu stürzen - mit Hilfe des Papstes, der seine Wahl nicht anerkannte. Der König stärkt die Städte, indem er die Rheinzölle abschafft, die ihren Handel lahmlegen. Das spätere Lied deutete die Summen an, um die es ging: “Hätt’ ich den Zoll am Rhein und wär’ Venedig mein ...” Es gibt wieder Krieg.


Dem bisher verbündeten Franzosenkönig kommen die deutschen Fürstenhändel gerade recht. Er greift nach Holland und Brabant. Seinen metallgleißenden Rittern tritt das pikenbewaffnete Fußvolk der dortigen Städte entgegen. Als die siegreiche Infanterie den in den Sumpf gestreckten menschlichen Prachtkäfern die Trophäen abgeschnallt hatte, war in der “Sporenschlacht” von Kortrijk die Reichszugehörigkeit der “niederen Lande” gerettet und die Ablösung der Ritterheere durch schlachtentscheidende Fußtruppen angekündigt.


Nun kam die Jahrhundertgelegenheit: Der Erwerb Böhmens und Mährens. Der Neffe Ottokars war ermordet worden, die Přemysliden mit ihm ausgestorben. Albrecht lässt seinen Sohn zum König wählen. Jetzt besaß das habsburgische Königshaus eine Landmasse wie sonst niemand: Thüringen und Meißen, Böhmen, das Vogt- und Egerland, Mähren, Steiermark und Österreich, dazu noch den alten Besitz im Elsass, im Breisgau, in Oberschwaben und in der Schweiz.

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