1273 - 1431 1322

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Die Entscheidung kommt 1322. Es wird die letzte Schlacht ohne Feuerwaffen in Deutschland sein. Friedrich von Österreich hatte bei Mühldorf am Inn sein Heerlager. Er wartete auf das Heer seines Bruders. Ludwig hatte dessen Boten abgefangen. Er musste angreifen, bevor die Verstärkung kam. Seine Reservekavallerie entschied die Schlacht. Die Österreicher hatten sie für das erwartete Heer gehalten. Friedrich bezog als Gefangener die Burg Trausnitz. Vetter Ludwig machte ihm den Vorschlag, ihn freizulassen, wenn er ihn, Ludwig, als König anerkenne und auch die anderen Habsburger und den Papst dazu brächte. Dafür wurde Friedrich von seiner Familie nur ausgelacht. Er ging in die Gefangenschaft zurück. Ludwig, von so viel Ritterehre überwältigt, bot ihm dafür die Mitregentschaft an.


Ludwig hatte sich freigekämpft. Jetzt konnte er eigene Politik machen. Das hieß auch für ihn, sich eine Hausmacht schaffen. Das Aussterben der Askanier half ihm. Ludwig gab die freigewordene Mark Brandenburg seinem ältesten Sohn. Damit hatte er auch eine Kurstimme gewonnen. Der Böhmenkönig hatte das sandige Ländchen ebenfalls haben wollen, um von dort vielleicht einmal an die Ostsee vorzustoßen. Ludwig selbst stieß an die Nordsee vor, indem er die Erbin von Holland, Seeland und Friesland heiratete. Zuvor hatte er in Oberitalien eingegriffen. Dort hatten sich die Visconti von Mailand und die della Scala von Verona die Herrschaft geteilt. Als der Papst Mailand zu nehmen versuchte, schickte Ludwig einen Reichsvikar mit Truppen. Die Ghibellinen erkannten den König sogar ausdrücklich als ihren König an. Nicht aber der Papst. Er beanspruchte das Bestätigungsrecht der Königswahl und die Verwaltung Italiens und auch Deutschlands. Er setzte Ludwig wegen Amtsanmaßung ab und bannte ihn als “Ketzerkönig”. Ludwig erklärte ihn seinerseits zum Ketzer und wollte die Entscheidung durch ein Konzil .


Dieser Gedanke stammte von Marsiglio Mainardini aus Padua, der in seinem Buch “Defensor Pacis” - Verteidiger des Friedens - geschrieben hatte, dass Papst und Priester nicht zu herrschen, sondern nur zu lehren hätten. Vertreterin der Kirche sei das Konzil. Von ihm müsse auch die Rechtsprechung ausgehen. Marsilius war aus Paris vor der Inquisition zu Ludwig geflohen. Mit ihm waren noch andere Magister der berühmten Hohen Schule an seinen Hof emigriert. Auch William Occam war nach München geflohen. Aus Oxford war er vom Papst nach Avignon zitiert worden. Er hatte nämlich gesagt, Gott entziehe sich dem menschlichen Erkennen und lasse sich daher auch nicht beweisen. Occam hatte den Glauben vom Wissen getrennt. Die führenden Ordensleute, deren Exponenten diese Emigranten waren, bekannten sich zur christlichen Armut. Sie forderten sie auch vom Papst. Der aber wollte sie vor die Ketzergerichte bringen. Diese intellektuellen Flüchtlinge hatten die geistige Knebelung durch den französischen König und den von ihm abhängigen Papst satt. Am Münchener Hof war daher die Opposition gegen das französische Königtum und seinen Papst versammelt.

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