1273 - 1431 1420

postheadericon 1420

Hus hatte die Tschechen aufgerufen zu “erwachen”. Sie taten es. Der alles verwüstende Krieg  begann. Er wurde geführt von dem einäugigen Ritter Ziska. Als Söldling hatte er in Polen und Litauen Kriegserfahrungen gesammelt. Nun gab er allen seine Sendung bekannt, zu der ihn Gott berufen habe mit dem Auftrag, die Feinde Gottes auszurotten. Der Papst hatte den Kreuzzug gegen die Hussitten gepredigt, der Kaiser zog mit einem Reichsheer vor Prag. Es wird vernichtet. Weitere Kreuzzüge nach Böhmen enden ebenso. Die Hussiten werden 1427 offensiv, sie fallen in Österreich, Ungarn, Schlesien ein. Sie stoßen bis Torgau, Altenburg, Nürnberg, ja fast bis Danzig vor. Alles flieht vor ihnen, denn die Schlagkraft und Grausamkeit ihrer Heere ist gefürchtet, jeder fühlt Gott in sich. Der Einsatz von Artillerie ist neu. Eine Berühmtheit waren die gepanzerten Streitwagen, jeder besetzt mit zehn bis zwölf Kämpfern. Böhmische Wagenlenker wurden noch lange nach den Hussitenkriegen auf allen Kriegsschauplätzen teuer gehandelt.


In den hussitischen Bauernrotten war schon viel von jenem Sozialrevolutionären, das hundert Jahre später auch den deutschen Bauern Sense und Dreschflegel in die Faust drückt. Doch der religiöse Fanatismus war beispiellos. Die Hussiten forderten das Abendmahl in beiderlei Gestalt; utraque - daher ihr Name Utraquisten. Sie forderten auch freie Predigt und Besitzlosigkeit der Kirche und Bestrafung der Todsünden. Zur Religion kam der Nationalismus. Die Deutschen hätten Hus getötet, also sollten auch sie getötet werden. Im Namen Gottes wurde die nationale Frage in Innerböhmen gelöst. In den bis dahin zu hohen Anteilen deutschen Städten wurden die Deutschen ausgemordet.

zurück weiter