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Der jetzt schon alte König Sigmund brachte noch ein zweites Konzil zustande. Dieses Konzil von Basel gab den Hussiten den Kelch auch für Laien. Damit hatte die Kirche ein Dogma gebrochen. Die Tschechen hatten jetzt ihre Nationalkirche. Und auch die Franzosen und die Deutschen wollten eine.


Der deutsche König hatte die Krönung zum Kaiser erreicht und kurz vor seinem Tode gewann er noch die böhmische Königskrone. Denn auch dort hatte man die Terrorherrschaft satt. Adel und Besitz nahmen ihre alte Stellung wieder ein.


Neben der Kirchenreform wollte Sigmund auch eine Reichsreform erreichen. In Basel wurde deshalb auch über sie beraten, erfolglos. Was jedoch hätte werden sollen, enthält eine Flugschrift von damals: “Die Reformation Kaiser Sigismunds.” Gefordert wird Säkularisation der geistlichen Fürstentümer, Einkommensbegrenzung für Geistliche, strenges Klosterleben, Abschaffung der Hörigkeit, aber auch der Zünfte und Gilden, der Bann- und Geleitrechte, die Möglichkeit, von einem Territorium in ein anderes zu ziehen, die Erleichterung der Bürgerrechte, Festsetzung der Lebensmittelpreise und weitgehende Einkommensgleichheit für alle. Es waren utopische Wünsche.


Der zu oft nur als ausschweifender Luftikus dargestellte ungarische und böhmische König und deutsche Kaiser hat seine vielen Aufgaben und herrscherlichen Pflichten ernst genommen. Sie zwangen den in seinen späten Jahren Gichtgeplagten und ständig Überschuldeten – „Langsam bettelte er sich über Ferrara und Mantua nach Basel durch“ - zu diplomatischen Missionen kreuz und quer durch das chaotische Europa vom Balkan bis nach Schottland, von den Pyrenäen und von Wolhynien bis nach Konstantinopel, nach Krakau, Rhodos und nach Rom. „Dieser Meister der politischen Taktik und einfallsreiche Pragmatiker hat insgesamt als Staatsmann mehr erreicht und langfristig wirksamere Initiativen eingeleitet, als jeweils seine beiden Vorgänger und Nachfolger zusammen.“


Kaiser Sigmund hat keinen Sohn, nur einen Schwiegersohn. Deshalb tritt nun dessen “Haus Österreich” in die Pflicht der Herrschaft.

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