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Friedrich III. hatte mit dem Papst ein Konkordat geschlossen, das bis zum Ende des alten Reiches 1806 galt. Gegen das Versprechen, ihn zum Kaiser zu krönen sowie gegen 210.000 Dukaten erkannte Friedrich den vom Konzil gewählten Eugen IV. an.  Friedrich bekam auch das Recht zur Besetzung von sechs Bistümern, zur Vergabe von hundert Pfründen, dazu die Oberhoheit über alle Klöster in seinen “Erblanden”.


Wie sein Vorgänger Eugen vollzog auch Pius II. , der ehemalige kaiserliche Rat und Verfechter der Konzilshoheit Piccolomini, der mit seiner davon handelnden Schrift als einziger Papst auf den Index  kam, einen radikalen Sinneswandel. Jetzt verdammte er die Richtlinienkompetenz des Konzils als Ketzerei. Er sei zu Konkordaten mit allen Fürsten bereit. Jetzt wollte keiner mehr eine Nationalkirche, jeder wollte nur seine Landeskirche.


Solcher Provinzialismus ließ eine deutsche Außenpolitik gar nicht mehr aufkommen. Als Friedrich versuchte, nach dem Tode des letzten Visconti die Rechte des Reiches auf Mailand geltend zu machen, scheiterte er. Der Söldnerführer Franz Sforza bemächtigte sich des Herzogtums.


Im Westen war die Großmacht Burgund entstanden. Die jüngere Linie des französischen Königshauses, die das Herzogtum Burgund als Lehen hatte, hatte die reichste Provinz Europas, Flandern mit seinen mächtigen Städten, erheiratet. Das Artois, die Pikardie, Brabant, Holland, Hennegau und Luxemburg waren dazugekommen. Reichtum und Macht ihrer Länder, aber auch der hundertjährige Krieg gegen die Engländer in Frankreich und die Hussitenkriege in Deutschland ermöglichten es den burgundischen “Großherzögen”, weder die Oberhoheit Frankreichs für die französischen, noch die Deutschlands für die deutschen Lehen anzuerkennen. Der letzte Großherzog, Karl “der Kühne” , richtiger: der Tollkühne, der Verwegene, wollte jetzt die südlichen Teile mit den niederländischen Besitzungen durch Erwerb der dazwischenliegenden Gebiete zusammenschließen. Vom verschuldeten Erzherzog Sigmund von Tirol und Vorderösterreich ließ er sich für 80.000 Gulden das Oberelsass und den südlichen Schwarzwald verpfänden. Dann besetzte er Lothringen. Der hochfahrende Mann wollte sein Reich zum Königreich machen. Kaiser Friedrich zeigte sich nicht ablehnend. Sein Preis war Karls einzige Tochter Maria. Sie sollte dem Kaisersohn Maximilian angetraut werden.


Man traf sich in Trier. Große Reichtümer und wertvollster Landgewinn waren für die armen Österreicher zum Greifen nahe. Karl stand auf dem Gipfel seiner Macht. Er protzte: 400 Wagenladungen Gold- und Silbergeräte, Gemälde und Gobelins verwandelten die Abtei St. Maximin in eine ihm angemessene Bleibe. Sein Einzug im golddurchwirkten Mantel mit einem Schwert, das auf dem Griff das Vaterunser in Diamanten trug, war von neureichem Imponiergehabe. Er war so verrückt nach der Königskrone, dass er in Trier eine anfertigen ließ. Zu voreilig. Einen Tag vor Karls Erhebung zum König ließ der Kaiser das Vorhaben platzen. Ohne Abschied bestieg Friedrich mit Sohn Maximilian einen Moselnachen und begab sich nach Köln, nachdem er den Erzbischof von Trier zur Begleichung seiner Rechnungen angewiesen hatte. Der wutschnaubende Karl wollte sich zum Ausgleich dieses Fehlschlags zum Herrn des Niederrheins machen. Der Kaiser verbündete sich angesichts dieser Bedrohung mit Frankreich und erklärte Karl den Reichskrieg. Bevor Karl Neuss nehmen konnte, kam der Brandenburger Albrecht Achill mit 30.000 Mann. Karl musste sich zum Frieden bequemen, da ihm der Zweifrontenkrieg drohte und ihm die oberrheinischen Erwerbungen verlorengegangen waren.

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