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Um endlich die Kaiserkrone zu erlangen, will Maximilian nach Rom ziehen. Die Venezianer lassen ihn jedoch mit seinem Heer nicht durch. Also nimmt er im Dom von Trient ohne päpstliche Krönung den Titel “Erwehlter Römischer Kayser” an. Papst Julius II. war damit einverstanden.


Maximilian, der sich als Schirmherr der Kirche sah, mochte angesichts des unheiligen Kirchenregiments auf Abhilfe gesonnen haben. Nach dem Tod seiner zweiten Frau schrieb er seiner Tochter: “Da Wir ... es nicht für gut finden zu heiraten, haben Wir beschlossen, niemals wieder an der Seite eines nackten Weibes zu liegen. Und morgen senden Wir (den Bischof von Gurk, der vielleicht sein unehelicher Sohn war und später Erzbischof von Salzburg wurde; H.D.) nach Rom zum Papst, ..., um Uns als Koadjutor anzunehmen, so dass Wir nach seinem Tode sicher sein können, die Papstwürde zu erlangen ...” Weder Tochter noch Räte scheinen das komisch oder unmöglich gefunden zu haben. Es sah ja jeder, dass in der Kirche vieles nicht in Ordnung war. In Sebastian Brants  “Narrenschiff” war es zu lesen: “Man schätzt die Priesterschaft gering, ... Drum gibt es jetzt viel junge Pfaffen, die soviel können wie die Affen, und Seelsorg’ sieht man treiben die, die Hüter wären kaum fürs Vieh.” Maximilian hatte die ärgsten Missstände auflisten lassen. Gegen Ende seines letzten Reichstages, kam gar ein junger Augustiner aus Wittenberg, um vor dem päpstlichen Legaten den Ablasshandel der Kirche zu attackieren. Der Kaiser hatte ihm freies Geleit zugebilligt, aber anhören mochte er ihn nicht  mehr.


Da Maximilian bereits einen leichten Schlaganfall gehabt hatte, wollte er seinem Enkel Karl rechtzeitig die Nachfolge sichern. Obwohl seine Schulden bei den Fuggern schon ungeheuerlich waren, sagte er fünf Kurfürsten insgesamt 600.000 Gulden Bestechungsgelder zu.

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