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Hoffnung kam auf, als sich Dänemark geschlagen gab. Es musste lediglich auf Einmischungen in deutsche Angelegenheiten verzichten. Der Schwedenkönig Gustav Adolf hatte Appetit auf das Südufer der Ostsee bekommen. Der “protestantische Messias” hatte versucht, den Dänenkönig weiterkämpfen zu lassen, bis der ihn anschrie: “Was haben Euer Liebden in Deutschland zu schaffen?” Worauf der Schwede zurückbrüllte: “Ist es nötig danach zu fragen?” Sein Kanzler hat später geplaudert: “Pommern und die deutsche Ostseeküste ... waren die vornehmste Ursache, die Seine Majestät in die Waffen brachte.” Das Restitutionsedikt hatte dafür den Vorwand geliefert. Er hatte allerdings auch ein Alibi: Sein pfälzischer Schwager Johann Kasimir von Zweibrücken-Kleeburg hatte ihn gerufen.


Für Frankreichs heimlichen Herrscher Richelieu war der König von Schweden die aufgehende Sonne, für Wallenstein die “schwedische canaglia”. Der Herzog hätte lieber die Küste gut verteidigt, aber er hatte schon “mehr Krieg mit etlichen Ministern als mit allen Feinden”. Die Fürsten, Maximilian von Bayern voran, betrieben seine Absetzung. Als ihm der Kaiser befahl, dreißigtausend Mann nach Italien zu schicken, weigerte sich Wallenstein. Jetzt hatte er auch Ferdinand gegen sich. Da der Kaiser seinen Sohn zum Nachfolger gewählt haben wollte, hatten ihn die Kurfürsten in der Hand. Sie klagten ihn an, er wolle absolut regieren, habe Wallenstein verfassungswidrig zum Reichsfürsten gemacht, dessen Armee drangsaliere sie usw. Der Kaiser entließ seinen verdienten, aber unbeliebten Feldherrn. Im Auftrag Richelieus hatte sein Gesandter, der Kapuzinerpater Josef, die Kurfürsten gegen den Kaiser aufgebracht. Er trug, nach dessen Ausspruch, die deutschen Kurhüte in seiner Kapuze fort und verlängerte damit den Krieg in und um Deutschland um zwanzig Jahre.

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