1533 - 1648 1631

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Der Kaiser hatte keine andere Wahl, als Wallenstein den Marschallstab wieder in die Hand zu drücken. Der fordert den unumschränkten Oberbefehl und freie Hand für Friedensverhandlungen mit den Protestanten. Tatsächlich gab ihm der Kaiser die geforderte Machtfülle. Sofort strömen dem Generalissimus Offiziere und Soldaten aus allen Ländern zu. Im Frühsommer 1632 zählt sein “Lager” schon wieder 108.000 Mann. Mit ihnen beginnt Wallenstein einen Krieg, dessen Strategie bis in den Siebenjährigen Krieg Vorbild blieb: zur Erhaltung der eigenen Stärke Schlachten möglichst vermeiden, aber den Gegner aus den eigenen Gebieten herausmanövrieren, indem man ihm seine Versorgungswege abschneidet.


Während Gustav Adolf mit dem vertriebenen “Winterkönig” in Maximilians München einzieht, marschiert Wallenstein gegen Prag, um die Sachsen aus Böhmen zu drücken. Damit war bereits wieder die erste Klage des Bayernherzogs beim Kaiser fällig, denn der Schwedenkönig hatte nicht nur gesagt “Ich werde Bayern verwüsten und in Asche legen”, er tat es auch. Und die Münchener Residenz hätte er mitgenommen, wenn sie auf Rädern gestanden hätte, soll er gesagt haben. Doch weil er sie nicht mitnehmen konnte und die Münchener Plünderung und Brandschatzung nicht erleiden wollten, erpresste er Geld, viel Geld: 300.000 Gulden. Das waren die halben Jahreseinkünfte seines ganzen Königreiches. Es war auch der Preis für 20.000 Pferde. Jeder der 20.000 Münchner hatte demnach den Schweden ein Pferd zu bezahlen.


Wallenstein verhandelte währenddessen mit den Sachsen, die er bald zurückdrängt. Zur Entlastung Bayerns zieht er nach Süden. Die Schweden verschanzen sich bei Nürnberg. Von Woche zu Woche wird ihre Suppe dünner. Gustav Adolf versucht den Ausbruch, er wird zurückgeworfen, zieht nach Süden ab. Wallenstein folgt ihm nicht, sondern wendet sich gegen Sachsen. Damit zwingt er die Schweden, nun ihm zu folgen, wenn sie nicht den Verlust des Bundesgenossen riskieren wollen. Die beiden Heere treten einander wieder in der Leipziger Ebene - diesmal bei Lützen - gegenüber.

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