1658 - 1715 1664

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Nahe dem burgenländischen Mogersdorf schlug das Heer unter dem Reichsfeldherrn Graf Montecuccoli die türkische Gefahr aus dem Felde. Doch weil die Franzosen die Westgrenze bedrohten, schloss der Kaiser für zweihunderttausend Taler auf zwanzig Jahre Frieden. Schon vor dessen Ablauf erklärte der Sultan wieder den Krieg: “Von Gnaden des im Himmel waltenden Gottes verpfänden Wir, Mehmed, glorreicher und allgewaltiger Kaiser von Babylonien und Judäa, des Orients und des Okzidents, Herr aller irdischen und himmlischen Könige, Dir, Cäsar Roms, Unser heiliges Wort, dass Wir im Begriff sind, Dein Ländchen mit Krieg zu überziehen ... Vor allem befehlen Wir Dir, Uns in Deiner Residenzstadt Wien zu erwarten, damit Wir Dich köpfen können. Wir werden Dich und alle Deine Anhänger vertilgen. Wir werden Groß und Klein zuerst den grausamsten Qualen aussetzen und dann dem schändlichsten Tod übergeben. Dein kleines Reich will ich Dir nehmen und seine Bevölkerung von der Erde fegen.”


Leopolds Gesandter berichtete aus Adrianopel, dem heutigen Edirne, dass sich ein Viertelmillionen-Heer den Balkan heraufschiebe. Der Großwesir wollte noch vor Ablauf der Friedensfrist den “goldenen Apfel”, den Reichsapfel, der auch für ihn die Weltkugel symbolisierte, vom Turm des Stefansdoms holen.

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