1658 - 1715 1673

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Frankreich hatte sich zehn elsässische Städte, einverleibt. Seine Armee unter Marschällen wie Turenne, Condé und Luxembourg verheerten die Pfalz. Der Pfalzgraf, der die Verteidigung Mannheims selbst leitete, schickte Turenne einen Trompeter mit der Aufforderung zum Zweikampf. Der Marschall lehnte ab. Seit er die Ehre habe, dem König von Frankreich zu dienen, könne er sich nur an der Spitze von zwanzigtausend Sekundanten schlagen.


Mitten im Frieden nahm Ludwig Gebiete in Besitz, die irgendwann einmal zu Territorien gehört hatten, die jetzt Frankreich besaß. Die Eigentümer hatten dem König von Frankreich den Lehenseid zu leisten, andernfalls erfolgte die Besetzung. Mit dieser Rechtsauslegung nahm Frankreich etwa das württembergische Mömpelgard - seither Montbeliard -, Gebiete des Bischofs von Straßburg und des Erzbischofs von Trier, der Grafen von Salm, Saarbrücker, Zweibrücker und andere Besitzungen. Und ohne jeden Vorwand wurde Straßburg zur Übergabe genötigt. Das und die “Reunionen”, die ja nur bemäntelte Annexionen waren, machten Ludwig zum “christlichen Soliman” und Frankreich zum “Erzfeind”. Leibniz schlug zur Ablenkung seiner Raublust von Deutschland eine Invasion Ägyptens vor.


Dem schwedischen König, einem Wittelsbacher der Linie Pfalz-Zweibrücken, hatte  Ludwig sein Stammhaus geraubt. Das war Grund für den Großen Kurfürsten, der Vorpommern haben wollte, sich mit Frankreich gut zu stellen und den Kaiser sitzen zu lassen. Der konnte nicht einmal seine eigenen Gebiete im Elsass verteidigen, weil die Türken vor Wien standen. Er musste sogar die französischen “Reunionen” und den Besitz Straßburgs und Luxemburgs anerkennen - für zwanzig Jahre, meinte man. Die Hoffnung, damit Ruhe im Westen erkauft zu haben, trog. Als der letzte pfälzische Kurfürst starb, erhob Ludwig XIV. Erbansprüche für seine Schwägerin Liselotte, obwohl die darauf verzichtet hatte. Ludwig warf sich zum “Protektor der Rheinlande” auf. In Köln wollte er den früheren Bischof von Straßburg, den der Kaiser als Reichsverräter aburteilen lassen wollte, auf den Erzbischofsstuhl setzen. Er sollte Ludwig den Niederrhein offenhalten und im Kurfürstenkolleg die Sache Frankreichs betreiben.

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