1740 - 1778 1741

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Im April 1741 treffen bei dem Dörfchen Mollwitz nahe Brieg 22.000 Preußen auf 19.000 Österreicher. Die preußische Kavallerie ist der österreichischen unterlegen. Der knauserige “Soldatenkönig” hatte seinen Reitern das Galoppieren verboten, weil die Pferde dann etwas mehr Hafer gebraucht hätten. Der König flieht. Doch der österreichische Kavalleriebefehlshaber fällt. Die Verwirrung nutzt preußischerseits Graf Schwerin für den siegbringenden Infanterieangriff. Der panische König, der das nicht weiß, ruft einer Nachschubabteilung zu: “Rettet euch, alles ist verloren.” Am Stadttor von Oppeln, wo die königliche Suite Schutz und Quartier erwartet, merken die Preußen nicht, dass Österreicher am Tor stehen, und die merken zu spät, wen sie vor sich haben. Nur der König entkommt auf dem “langen Schimmel von Mollwitz”.


Das kleine Preußen hatte die Großmacht Österreich geschlagen. Einige Wochen später schließt Preußen ein Bündnis mit Frankreich. Preußen bekommt Schlesien und Frankreichs Hilfe zugesichert, wenn Friedrich nicht den Großherzog Franz, den Mann Maria Theresias, sondern den bayerischen Kurfürsten zum Kaiser wählt. Diesem Bündnis tritt Sachsen bei. Spanien will Österreich dessen italienische Besitzungen abnehmen. Um das Maß von Maria Theresias Entsetzen voll zu machen, lässt England sie gerade jetzt fallen. Georg II. ist schließlich als Kurfürst von Hannover der Nachbar seines räuberischen Preußenenkels. Das Kräftesparen gebietet sich für England auch, weil es Frankreich seine Besitzungen in Nordamerika und Indien abnehmen will, während es in Deutschland gebunden ist.


Friedrich will die Bayern nach Wien dirigieren, aber sie rücken mit den Franzosen in Böhmen ein. Karl Albrecht von Bayern lässt sich in Prag zum böhmischen König krönen. Dann folgt seine Kaiserkrönung als Karl VII.


Österreich hatte fast alles verloren: Die reichste Provinz, das Kaisertum, das Königreich Böhmen und Oberösterreich. Von den 63 Titeln ihres Vaters ist seiner Tochter nur ein wichtiger geblieben: „König von Ungarn“. In Ungarns damaliger Hauptstadt Preßburg, dem heutigen Bratislava, tritt sie vor den ungarischen Reichstag. Sie macht Eindruck auf die stolzen Herren. Nach harten Verhandlungen rufen die Ungarn die Mobilmachung aus. Der Adel, dem zusammen mit dem Klerus praktisch das ganze Land bis auf wenige größere Städte gehört, gelobt, ein Heer von 100.000 Mann für seine Königin zum Krieg außerhalb Ungarns aufzubieten. Wenn es dann auch nur ein oder zwei Zehntel sind, ist das ein großer Erfolg. Maria Theresia hat zwar den Ungarn ihre Eigenständigkeit bestätigen müssen, aber sie hat sie damit auch an ihre anderen Erblande gebunden. Anfang Februar 1742 zieht Österreichs Feldmarschall Graf Khevenhüller in München ein. Der Bayern-Kurfürst und Kaiser sitzt ohne Land in Frankfurt.


Als Friedrich Schlesien hat, schließt er im geheimen mit Österreich Waffenstillstand. Englands Gesandter überbringt seine Bedingungen: “Ganz Niederschlesien. Der Fluss Neiße als Grenze. Die Stadt Neiße ebenso wie Glatz. Breslau für uns. Religionssachen in status quo. Keine Abhängigkeit von Böhmen. Abtretung für immer.” Das entlastet Österreich. Es bezwingt die Bayern und in Italien die Spanier und Savoyer. Die habsburgischen Erfolge genügten Friedrich, um den Waffenstillstand zu brechen und den Krieg fortzusetzen. Im Mai 1742 besiegte er in Böhmen bei Czaslau und Chotusitz die Österreicher unter Karl von Lothringen, dem unfähigen Schwager Maria Theresias.

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