1740 - 1778 1748

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Sie war gezwungen, in Italien und in den Niederlanden weiterzukämpfen. Erst im Frieden von Aachen behielt Österreich Belgien, die Toskana und Mailand, musste aber Teile der Lombardei an Piemont-Sardinien sowie Parma, Piacenza und Guastalla an Spanien abtreten. Friedrich erhielt für Schlesien eine europäische Garantie. Österreichs Vormacht in Deutschland war nun nicht mehr unbestritten.


Maria Theresia hatte sich zu einer herausragenden Herrscherpersönlichkeit entwickelt. Friedrich, von dem sie sagte: “Besser Schlesien verloren als den geheiratet”, hat sie später einen “großen Mann” genannt. Sie reformierte jetzt ihre Erblande Österreich und Böhmen. Anders als in Preußen mussten sich auch Adel und Geistlichkeit am Steuerzahlen beteiligen, ein unerhörter Einbruch in bisherige Rechte. Sie schränkte die Dominanz der Kirche über das öffentliche Leben ein, strich Feiertage und Prozessionen, beschnitt die Mönchsorden, nahm der Kirche ihren bestimmenden Einfluss im Schul- und Universitätswesen. Es gelang ihr, die Kirche an ihrem Staat zu beteiligen, vor allem im Schulwesen.

Während Friedrich Korporäle mit Holzbein, die  als Soldaten wertlos waren, zu Lehrern machte, konnte sie mit Klerikern Anfangserfolge buchen.


Preußens König baute sein 10.573.000 Taler teures Lustschloss Sanssouci - für drei Viertel der Staatseinnahmen des Jahres 1768. Dort philosophierte er mit Voltaire, es ist der Ort seiner “Tafelrunde” und seiner “Flötenkonzerte”. Diese Menzel-Bilder sicherten den Nachruhm von Fridericus Rex. Preußen wurde konsolidiert und zentralisiert. Seine Justizreform, die die Folter für leichtere Kriminalfälle abschaffte, gilt vielen als Beweis für die Humanität und für die “Aufklärung” , die der König angeblich einführte. Da jetzt im Strafvollzug nicht mehr gefoltert werden sollte, prügelte man eben.


Inzwischen kannte man den König von Preußen an den Höfen Europas. Österreichs bisheriger Verbündeter England zum Beispiel wollte sein Hannover schützen und verbündete sich mit Russland, mit dem Österreich bereits alliiert war. Für England war dies der einfachste Weg, sich die Hände freizuhalten für seinen Kampf mit Frankreich in Nordamerika.

Auch Österreich sollte für England in den Niederlanden eine französische Armee binden. Dieses Ansinnen ließ Wien, das über den stets nur fordernden Bündnispartner verstimmt war, die Lage überdenken.


Man hatte Frankreichs Botschafter wissen lassen, dass man die Feindschaft als nicht mehr existent betrachte. Der österreichische Gesandte in Paris, Graf Kaunitz, wurde nicht müde, die österreichisch-französische Freundschaft zu päppeln, wobei er sich des Wohlwollens der “Madame la maitresse en titre” zu versichern wusste. Die Inhaberin dieses Hofamtes, eine zur Marquise de Pompadour gewordene bürgerliche Schönheit, war aus dem Bett des “Vielgeliebten” zu seiner Vertrauten und Beraterin aufgestiegen. Jetzt rächte es sich, dass sie der Frauenfeind Friedrich als Hure verschrien und auch die Zarin Elisabeth als “infame Hure des Nordens” abgestempelt hatte. Hatte er sich mit den beiden Damen schon mehr oder minder deren Staaten zu Feinden gemacht, leistete er sich nun gleich drei Fehleinschätzungen. Obwohl über die österreichischen Annäherungsbestrebungen durch seinen Geheimdienst unterrichtet - am Wiener Hof setzte er charmante “Schläfer” ein, die die Zofen hoher Herren auszuhorchen hatten, glaubt Friedrich nicht an die Aussöhnung zwischen Österreich und Frankreich. Friedrich unterschätzt auch die Rivalität Frankreichs mit England. Er glaubt, wenn er England für sich gewinnt, hat er Maria Theresia den wichtigsten Verbündeten genommen.


Friedrich ist sich seiner Sache sicher, als er mit England den Westminster-Vertrag schließt. Gegen jeden Einmarsch fremder Truppen nach Deutschland sichert man sich Hilfe zu.

Diese Nachricht schlägt wie eine Bombe ein. Versailles fühlt sich verraten. Umgehend wird ein Vertrag mit Frankreich unterzeichnet. Während Österreich nur Neutralität im englisch-französischen Krieg verspricht, verpflichtet sich Frankreich zur aktiven Hilfe für Österreich, falls es angegriffen wird. Auch die Zarin schäumt.

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