1789 - 1813 1789

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Begonnen hatte die Französische Revolution mit dem Bankrott des Staates. Ludwig XVI. musste sich bequemen, nach 175 Jahren absoluter Herrschaft die „Generalstände“ Frankreichs erstmals wieder einzuladen: den Adel, die Geistlichkeit und die Bürger. Staunend erlebt Europa, wie der “Dritte Stand”, der bisher nichts zu sagen, nur zu zahlen hatte, Adel und Geistlichkeit schnell rechts liegen lässt und sich zur verfassunggebenden Nationalversammlung erklärt. Nach amerikanischem Vorbild werden Gleichheit und Freiheit aller, die Volkssouveränität und die Menschenrechte verkündet. Die Titel und Vorrechte des Adels werden abgeschafft, die Kirchengüter zu Staatsgütern gemacht und Religionsfreiheit proklamiert. Frankreich wird zur geeinten und unteilbaren Nation erklärt.


In Deutschland ist ein großer Teil der jungen Intelligenz begeistert. Für Klopstock ist die Einberufung der Generalstände “die größte Handlung dieses Jahrhunderts”. Schiller und Herder , Humboldt  und Hegel  denken ebenso. Auch die Fürsten und ihre Höfe, der Kaiser nicht ausgenommen, sind anfangs keineswegs ganz ablehnend.


Preußen und Österreich rücken zusammen, denn es gibt Schwierigkeiten mit der neuen Pariser Regierung. Die setzt sich über die Rechte der deutschen Standesherren und Städte im Elsass hinweg. Unter dem Königtum waren die Elsässer die “deutschen Untertanen seiner Majestät” gewesen. Der künftige Kurfürst und spätere König von Bayern, Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, stand als Oberst-Inhaber des französischen Regiments “Alsace” in Straßburg und ließ seinen ältesten Sohn auf den Namen des Königs von Frankreich, der die Patenschaft übernahm, taufen. Nun macht die Revolutionsregierung das Elsass zur französischen Provinz. Der Kaiser muss im Namen des Reiches protestieren.


Um die unruhigen Massen von der eigenen Misere abzulenken, verkündete die Pariser Regierung die Unterwerfung ganz Europas unter die neuen Ideen. Die Volkssouveränität gebiert einen Nationalchauvinismus, der sich schnell zum zwanghaften Missionsdrang auswächst, die Ideale der Revolution mit dem Säbel in der Faust über die “natürlichen Grenzen” Frankreichs - den Rhein, die Schelde und die Pyrenäen - zu exportieren. “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” ist die Parole der Revolutionsarmeen. Damit gewinnen sie auch fremde Herzen. Sehr bald jedoch bekommen die Befreiten zu spüren, dass die Befreier Eroberer sind. Bald auch wird Robespierre mit Blick nach Osten behaupten, dass doch jeder intelligente Franzose wisse, dass Koblenz in Wahrheit in Frankreich liege.

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