1789 - 1813 1798

postheadericon 1798

Der Verursacher dieser Umwälzungen, General Buonaparte, segelt im Mai 1798 mit 400 Schiffen von Toulon nach Ägypten, um England, mit dem ja der Krieg weitergeht, tödlich zu treffen. Er will noch spektakulärere Siege, um auf einer Woge von Ruhm nach Paris zurückzukehren. Er nimmt 167 Künstler und Wissenschaftler mit, die seinen Nachruhm vergrößern sollen. Die Direktoren sind froh, den stets drängenden Erfolgstyp loszuwerden. Die Idee kam vom neuen Außenminister Talleyrand , einst Bischof von Autun. Buonaparte scheint sich wie auf einem fliegenden Teppich gefühlt zu haben: “Ich sah mich auf dem Weg nach Asien, nachdem ich eine neue Religion gestiftet, ..., einen neuen Koran in der Hand, nach meinem Ermessen verfasst. Die Erfahrungen zweier Welten wollte ich in meinem Unternehmen vereinigen, die Geschichte mir dienstbar machen, die englische Macht in Indien angreifen und durch diese Eroberungen meine Verbindung mit Europa wieder anknüpfen.” Diesen Mann werden später Viele einschätzen wie jener Korsarenkapitän, der auf Elba nachfragte, ob “der Gott der Erde” noch dort sei.


Buonaparte hatte doppelt Glück: beim Hinsegeln und beim Zurückkommen. Obwohl die Briten wussten, dass in Toulon eine große Flotte ausgerüstet wurde, konnten sie über deren Ziel nur rätseln. Noch zwölf Tage nach dem Auslaufen glaubte Premierminister Pitt, sie segle gegen England. Zu ihrer Vernichtung sandte man ein Geschwader unter Nelson ins Mittelmeer. Buonaparte segelte nach Malta. Die Ritter des Johanniterordens übergaben ihren Staat nach einem Scheingefecht. Buonaparte nahm alles Brauchbare aus dem Arsenal und beraubte allein die Johanniskirche um Kunstwerke von etwa sechs Millionen Francs. Die brauchte er auch, denn er hatte nur vier Millionen sechshunderttausend Francs, was gerade reichte, seine Armee vier Monate zu besolden. Drei Millionen davon stammten aus der Schatzkammer von Bern, denn im April 1797 war die Schweiz zur “Helvetischen Republik” gemacht worden. Der Widerstand der Schweizer wurde mit der Erschießung aller Verteidiger und mit dem Abbrennen der Hütten vergolten. Aus Luzern wurde Pestalozzi  geschickt, um sich um die Waisenkinder dieser “Nidwalder Schreckenstage” zu kümmern.


Als Napoleon nach Alexandria absegelte, erspürte Nelson sein Ziel. Doch weil seine 14 Linienschiffe die doppelte Fahrt des Franzosenkonvois machten und die Nacht vom 22. auf den 23. Juni neblig war, überholte er ihn unwissentlich im Abstand von wenigen Meilen. Als die Briten vor Alexandria ankamen, waren die Franzosen noch nicht da, Nelson segelte ab nach Kreta. Erst einen Monat später kam er zurück. In wenigen Stunden war die Franzosenflotte in der Bucht von Abukir nur noch ein Haufen treibender Wracks. Buonapartes Armee war abgeschnitten.- Im ganzen ist für die Aktion die Bezeichnung “ägyptisches Abenteuer” angebracht. Sie brachte jedoch die Bewusstseinserweiterung um die Ägyptologie.

zurück weiter