1789 - 1813 1799

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Die ägyptische Küste war von der Navy bewacht worden. Der englische Flotillenadmiral hatte französischen Offizieren einen Stapel alter Zeitungen überlassen. Was Napoleon darin las, freute ihn: Österreich hatte Frankreich im März den Krieg erklärt. Erzherzog Karl hatte Jourdan bei Stockach geschlagen und trieb die Franzosen aus Deutschland. Der neue Zar Paul I. hatte als Ehren-Großmeister der Malteser-Ritter die Wegnahme der Insel mit der Kriegserklärung an Frankreich beantwortet. Die Russen und Österreicher rieben die Franzosen in Italien auf. Frankreich steckte in einer Krise. Es war reif für einen “starken Mann”. Als solcher fühlte sich der Befehlshaber, der seine Armee verließ, mit wenigen Getreuen in See stach und in Fréjus an Land ging. Die Heimkehr hatte er der englischen Marine zu verdanken, die gerade in Zypern Frischwasser an Bord  nahm.


Der heimgekehrte General ist für die alten Soldaten der Retter, für das Volk der Friedensbringer und für die Direktoren ein Hochverräter, den sie aber nicht mehr anklagen können. Bonaparte, wie er sich ab jetzt nennt, macht sich mit seiner Truppenmacht am 18. Brumaire, dem 9. November 1799, zum “Ersten Konsul”.


Um diese Zeit hatte sich das Kriegsglück der Verbündeten bereits gewendet. Österreich muss den Krieg wieder allein führen, die Russen sind ausgeschieden und Preußen hält sich auch unter seinem neuen König Friedrich Wilhelm III. abseits. Der hölzerne, stockkonservative Preuße sprach stammelnd abgehackt, meist in der Nennform, daher sein Spitzname “König Infinitiv”. Seine zu klein geratene Persönlichkeit profitiert von seiner Frau, der Königin Luise. Als sie nach Berlin kam, hatte sie sich in ihren Schwager Prinz Louis Ferdinand verknallt. Nach seinem Schlachtentod wird er zur Legende werden, jedoch auch einen Schuldenberg hinterlassen. Kommentar des Preußenkönigs: “Hat wie ein toller Mensch gelebt, ist wie ein toller Mensch gestorben."

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