1848 - 1868 1861

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In Preußen wurde der “Kartätschenprinz” Wilhelm König. Er hatte schon für seinen erkrankten Bruder regiert. Wilhelm I. besaß die besten preußischen Tugenden, doch ohne Bismarck wäre er ein Fürst sehr durchschnittlichen Formats geblieben.


Bismarck hatte unterdessen im Deutschen Bundestag in Frankfurt die Führungsrolle Österreichs auf Null gebracht: “Wenn Österreich ein Pferd vorne anspannt, spannen wir eins hinten an.” Taktlosigkeiten und Provokationen waren für ihn gängige Mittel der psychologischen Kriegführung gegen den präsidierenden Vertreter Österreichs: “ ... habe ihn gleich in der ersten Sitzung wieder ins Bett geärgert.” Auf diese Weise paralysierte Preußen den Deutschen Bund. Bismarck war enttäuscht, als er nach Wilhelms Regierungsantritt in Petersburg Gesandter wurde. Für ihn war das ein “Abstellgleis”.


Das Besitzbürgertum meinte aus der ersten Monarchenrede herauszuhören, dass es zukünftig wenigstens beachtet werden würde. Bei gleichem Anlass hörte man von einer Armeereform, denn “die Armee hat Preußens Größe geschaffen.”


Vorerst machten zwei andere große Politik: der sardische Ministerpräsident Cavour und der französische Kaiser. Napoleon III. wollte die Rheingrenze, also die Pfalz, dazu das preußische Rheinland und möglichst noch Luxemburg. Cavour wollte ein geeintes Italien. Doch fast ganz Nord-Italien war im Besitz Österreichs. In der Toskana und in Modena regierten Habsburger, die Herzogtümer Parma, Lucca und Piacenza waren Satelliten. Da Sardinien nicht daran denken konnte, allein gegen Österreich anzutreten, brauchte es einen starken Verbündeten. Cavour fing - erotisch assistiert von seiner schönen Cousine - dafür Napoleon ein.

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