1933 - 1939 1935

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Im Januar 1935 hatten die Saarländer zu entscheiden, ob sie „heim ins Reich“ wollten, ob sie weiterhin vom Völkerbund verwaltet, tatsächlich aber von Frankreich weiter ausgebeutet werden wollten, oder ob sie gar Franzosen werden wollten. Überall sang man „Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar!“ Der gewesene preußische Innenminister Severing warb in der KÖLNISCHEN ZEITUNG: „Ich wünsche auf das dringendste, dass der Tag der Abstimmung eine imposante Mehrheit für die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland ergeben möge.“ Das wünschten sich auch die Saarländer: 90,8 Prozent wollten zurück zu Deutschland, nur 0,4 Prozent wollten Franzosen werden.


Manche Franzosen sympathisierten sogar mit Deutschland. Ihnen war klar, dass sich die Deutschen auch das Bewaffnungsverbot nicht länger gefallen lassen würden. Der britische Konservative Earl of Balfour hatte einer Zeitung gesagt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Deutschen aufrüsten lassen oder sie sogar selbst bewaffnen müssen. Angesichts der  furchtbaren Gefahr im Osten ist ein unbewaffnetes Deutschland wie  eine reife Pflaume, die darauf wartet, von den Russen gepflückt zu werden.“


Dieser Sorge half Hitler ab. Im März 1935 verkündete er die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Die Stärke des Heeres wurde auf 550.000 Mann festgesetzt. Göring wurde Befehlshaber der Luftwaffe. Während die Sowjetunion daraufhin einen Pakt mit Frankreich und der Tschechoslowakei schloss, reagierte England freundlich: Es gestattete Deutschland den Bau einer Kriegsflotte, die 35 Prozent der britischen haben konnte, bei den U-Booten durften es sogar 45 Prozent sein. Noch immer durfte es aber weder im Saarland, noch in Düsseldorf und Köln deutsche Soldaten geben, auch nicht in Frankfurt oder Freiburg. Auch für patriotisch empfindende Anti-Nazis war das unerträglich.

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