1939 - 1945 1942

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Die "Landser", die einfachen Soldaten, können sich nicht ablösen lassen, sie müssen in ihren Eislöchern hocken bleiben. Der Winter 1941/42 ist der kälteste seit hundert Jahren. Die Verluste durch Erfrieren betragen 100.000 Mann. „Die deutsche Front hielt; aber unter Verlusten und Leiden, welche jene, die sie erlebt haben, nicht beschreiben mögen, und der sie nicht erlebt hat, nicht beschreiben kann.“ Wer diesen Winter überstanden hatte, bekam eine Medaille mit rotem Band, den „Gefrierfleischorden“. In der fernen Heimat riefen derweil Goebbels und die Parteifunktionäre zur „Spinnstoffsammlung“ auf, strickten Frauen, Mütter, Großmütter und Brieffreundinnen Handschuhe, Pulswärmer, Socken und Kopfschützer für die Soldaten. Die militärische Führung hatte einen längeren Feldzug gar nicht vorbereitet. Sie hatte mit einem weiteren Blitzsieg gerechnet. Dagegen hatte Halder und sein Generalstab „von sich aus über einen Präventivkrieg gegen Russland" nachgedacht. Wie war das möglich?


Antwort: „Das deutsche Offizierskorps war für große Teile des Hitlerschen Pogramms disponiert.“ Offensichtlich auch alle anderen Führungsschichten, denn: „Hitlers Streben nach einer blockadefesten, kontinental verankerten Weltmachtstellung Deutschlands setzte nur fort, was in der preußisch-deutschen Geschichte seit 1866 angelegt war. Hitlers Programm war nur die Übersteigerung dieser Tradition, aber es konnte fast Realität werden, weil viele Punkte – Lebensraum im Osten, die Feindbilder Bolschewismus und Judentum, der sozialdarwinistische ‚Kampf ums Dasein‘, die Verachtung der slawischen Rasse – für einen großen Teil der konservativen Eliten seit 1918 selbstverständlich geworden waren.“


Der Krieg gegen die UdSSR war schon verloren gewesen, bevor noch der erste Schuss fiel, denn Hitler und seine Kriegsplaner hatten die Rote Armee sträflich unterschätzt. Für Generalstabschef Halder war die Rote Armee nur „wie Fensterglas“ gewesen, für den Chef des Wehrmachtführungsstabes Jodl „eine Seifenblase“, und der Oberbefehlshaber des Heeres, Brauchitsch, hatte eine „Hasenjagd“ erwartet. Doch die Wehrmacht-Führung war durch den Winterkrieg 1939/40 gegen das schwache Finnland, in dem sich die Rote Armee nur mit Mühe zu behaupten schien, getäuscht worden.


Jetzt führten die Sowjets 33 ausgeruhte Divisionen heran. Sie waren gegen Japan bereitgestellt gewesen. Am 15. Oktober hatte aber der sowjetische Spion Sorge aus Tokio gemeldet, Japan werde demnächst die USA angreifen, Russland jedoch nicht. Am 6. Dezember 1941 begann mit den von der japanischen Grenze abgezogenen Truppen die Gegenoffensive. Ende Januar 1942 hat das deutsche Ostheer fast eine Million Soldaten verloren. 4.240 Panzer waren zerstört oder im Schlamm festgefroren. Die Industrie konnte monatlich nur 250 bauen.


Da war es fast ein Wunder, dass die Front noch hielt. Noch erstaunlicher war, dass der Russland-Krieg noch Jahre gegen eine vielfache Übermacht fortgesetzt werden konnte. Das umso mehr, als Hitler den USA am 11. Dezember 1941 den Krieg erklärte. Für Deutschland brachte der Kriegseintritt Japans, das Hitler mit seiner Kriegserklärung an die USA an seine Seite binden wollte, keine Hilfe. Denn Japaner und Deutsche kämpften nicht miteinander, sondern ganz unabhängig voneinander. Nur für Engländer und Amerikaner war es ein Krieg. Beide hatten in Asien auch mit den Niederländern ein gemeinsames Aktionsprogramm.


US-Präsident Roosevelt wollte Krieg, auch wenn seine Amerikaner keinen wollten. Rundum war ja auch kein Feind. Aber Roosevelt hatte Churchill zugesagt: „Ich werde vielleicht nie den Krieg erklären, aber ich werde Krieg führen.“* Jetzt wurde Japan von ihm „die Kehle zugeschnürt“, so Churchill. Er ließ die japanischen Guthaben von den USA, Großbritannien und Holland einfrieren. Das unterbrach Japans Handel mit diesen Ländern. Er schloss den Panamakanal für japanische Schiffe und verbot den Schrottexport. Japan war von etwa 75 Prozent seiner Importe abgeschnitten. Seine Wirtschaft kam zum Erliegen, der Nahrungsmittelmangel ließ Japan hungern. Japan musste in die Kolonien der Briten und Holländer ausbrechen, wenn es nicht verhungern wollte.


Für den US-Präsidenten war es ein Göttergeschenk, dass seine Nachrichtendienste den japanischen Marinecode und den Diplomatencode geknackt hatten. Die US-Regierung und die Oberkommandos von Armee und Flotte wussten daher alles, was die Japaner sagten und planten. Die US-Akteure „hätten nicht besser informiert sein können, wenn sie im japanischen Kriegsrat gesessen hätten.“


Als der Präsident seinem Volk am 7. Dezember über Radio mitteilte, die USA seien von Japan „überraschend und vorsätzlich“ überfallen worden, log er. Mehr als 24 Stunden vor dem japanischen Luftangriff auf die in Pearl Harbor ankernde US-Pazifikflotte war er von seinem Geheimdienst informiert worden. Roosevelt gab die Warnung jedoch nicht weiter. Der zu erwartende „Schiffsfriedhof“ war ihm als Kriegsgrund willkommen. Der britische Minister für Produktion in Churchills Kriegskabinett empörte sich öffentlich über die geheime Kriegstreiberei des US-Präsidenten, mit der er sein Volk hinterging. Noch im Krieg sagte er den amerikanischen Bank- und Wirtschaftsbossen in einer Rede in ihrer Handelskammer: „Amerika provozierte Japan in einem derartigen Ausmaß, dass die Japaner gezwungen waren, Pearl Harbor anzugreifen. Es ist eine Travestie der Geschichte zu sagen, dass dieser Krieg Amerika aufgezwungen wurde.“


Die Hintergründe dazu lieferte G. Morgenstern in seinem Buch über Roosevelts geheime Kriegspolitik, das die amerikanische Regierung vergeblich zu unterdrücken versucht hatte: Bereits "nach 1936 war es offensichtlich, dass der Regierung ein europäischer Krieg nicht unwillkommen gewesen wäre - im wesentlichen als ein Mittel, um die öffentliche Aufmerksamkeit von der wirtschaftlichen Misere abzulenken, hauptsächlich aber als ein Mittel, um durch ihren unheilvollen Zugrifff die politische und ökonomische Maschinerie des Landes zu verstärken." "In erster Linie wollte er (Roosevelt; H. D.) gegen Deutschland Krieg führen, aber als Hitler ihm keinen Vorwand für eine Kriegserklärung liefern wollte, wandte er sich dem Pazifik und Japan zu, um durch die Hintertür in den Krieg in Europa einzutreten. Der Dreimächtepakt stellte schließlich sicher, dass er einen Krieg mit allen drei Partnern bekommen würde, wenn er ihn mit einem anfing." "Pearl Harbor gab der amerikanischen Kriegspartei ein Mittel, sich von der Abhängigkeit von einem zögernden Kongress zu befreien, um ein widerstrebendes Volk in den Krieg zu führen."


Jetzt hatte Roosevelt seinen Krieg, und er führte ihn „voll und ganz“, wie er seiner Nation über den Rundfunk verkündete. Danach wird die Welt ganz anders aussehen: Großbritannien und Frankreich, die von den meisten Zeitgenossen schon wegen ihrer riesigen Kolonialbesitze als Weltmächte angesehen worden waren, werden es nicht mehr sein. Ihre Position wird von den USA eingenommen werden, die mit ihrer Politik die UdSSR zur zweiten Weltmacht machen werden.


Schon im Ersten Weltkrieg waren die US-Deutschstämmigen angefeindet worden. Jetzt wurden 11.000 in 46 Lagern interniert.* Auch die US-Japaner wurden in Concentration Camps gesperrt.

Gegen Deutschland hatte Roosevelt bereits seit längerem illegal Krieg geführt: Die US-Marine nahm aktiv an der Schlacht im Atlantik teil; US-Zerstörer attackierten deutsche U-Boote mit Wasserbomben, US-Schiffe hatten Befehl, auf deutsche Schiffe zu schießen, US-Frachter fuhren bewaffnet und funkten die Bewegungen deutscher Schiffe an die Briten. Seit Anfang August 1941 lieferten die USA auch an die UdSSR Kriegsmaterial. Ohne diese Hilfe hätte die UdSSR nicht weiterkämpfen können. Jetzt kann Stalin triumphieren. Pearl Harbor hat die stärkste Weltmacht und in ihrem Schlepptau England zu seinen Mitkämpfern gemacht.

Ab September 1941 müssen die Juden im deutschen Machtbereich den „Judenstern“ tragen. Im Januar 1942 dann die „Wannsee-Konferenz“: Heydrich, „trotz teilweise jüdischer Abstammung“  Chef des SS-Reichssicherheits-Hauptamtes, kündigt den Staatssekretären der wichtigsten Ministerien die „Endlösung der Judenfrage“ in Europa an.


Heydrich wird „Reichsprotektor“ von Böhmen und Mähren. Ende Mai töten ihn zwei aus England eingeflogene Agenten des tschechischen Geheimdienstes. Zur Vergeltung wird ihr Versteck, das Dorf Lidice, zerstört, die Männer werden getötet. Goebbels hatte die Tschechen gelobt. Sie bauten nämlich ein Drittel der Panzer, 28 % der LKWs, 40 % der Maschinenwaffen und anderes für Hitler. Heydrich hatte dafür nicht nur ihre Fettrationen erhöht. Ein Teil von ihnen dankte es ihm mit Trauerfeiern, die größte mit 200.000 Teilnehmern auf dem Prager Wenzelsplatz.*- In Jugoslawien zog sich der kommunistische Partisanenführer Tito in die Berge von Montenegro zurück.


Rommels Afrikakorps muss die Belagerung der britischen Festung Tobruk aufgeben.- Die „Geheimwaffe“ der deutschen Führung ist das „Vorhaben Peenemünde“. Dort werden riesige Raketen entwickelt, die später London terrorisieren. In Südostasien erobern die Japaner unermeßliche Räume. Das ist möglich, weil Roosevelt ohne Abstimmung mit seinen Alliierten erklärt hat: „Hitler first“. Der gibt im April die Ziele für die Sommeroffensive bekannt: Kaukasus, das Erdölgebiet von Baku, die persische Grenze. Tobruk soll erobert, nach Ägypten vorgestoßen und Malta genommen werden.


Ende Mai dann der erste 1.000-Bomber-Angriff auf eine deutsche Stadt. Sie werfen 1.459 Tonnen Bomben auf die Kölner Innenstadt. Jede zweite Sekunde explodiert eine Tonne Sprengstoff. Es ist der 107. Luftangriff auf Köln, die Piloten hatten Befehl, die Wohnviertel „auszuradieren“. Dann kommt Luftmarschall Harris, den selbst seine Flieger „the butcher“, den Schlächter, nennen, die „Intention to destroy Hamburg“. Zwischen dem 24. Juli und dem 3. August 1943 wird die zweitgrößte Stadt Deutschlands von 3.000 Bombern in 7 Angriffen mit 3.000.000 Brandbomben, 80.000 Phosphorbomben, 25.000 Sprengbomben und Phosphorkanistern in Schutt und Asche gelegt. Über 50.000 Menschen verbrennen und ersticken im Feuersturm, werden in ihren einstürzenden Häusern erschlagen. 900.000 werden obdachlos, von 277.330 Wohnungen, 277 Schulen, 58 Kirchen und 24 Krankenhäusern gibt es nur noch Mauerreste.


Der Sommer 1942 bringt den Deutschen noch einmal Siege. Die „Panzer-Armee Afrika“ erobert Tobruk. Sie kommt bis El Alamein. Bis Alexandria wären es nur noch 100 Kilometer, aber Rommel hat nur noch 70 Panzer. An der Ostfront schlägt die 6. Armee zwei Sowjetarmeen zurück, die 11. Armee erobert die starke Festung Sewastopol. Das sowjetische Oberkommando bildet die „Stalingradfront“. Es beschließt den Rückzug nach Stalingrad, zur Wolga und zum Kaukasus. Dann aber erlässt Stalin seinen Befehl Nr. 227: „Keinen Schritt zurück!“ Am 19. August gibt General Paulus seiner 6. Armee den Befehl zum Angriff auf Stalingrad. Stalin darf „seine“ Stadt nicht verlieren, Hitler muss sie erobern.


In der westägyptischen Wüste nahe El Alamein greift Montgomery am 23. Oktober mit 220.000 Mann die deutsch-italienische 96.000-Mann-Armee an. Wenige Tage danach landeten hinter Rommels Armeeresten die Truppen des US-Generals Eisenhower.


In Russland starben Anfang 1942 pro Tag durchschnittlich 1 500 deutsche Soldaten.* Trotzdem hatte man sich Größenwahnsinniges vorgenommen: Man zielte auf Baku und sein Öl, auf den vorderen Orient. Die Versorgungswege wurden noch länger. Der Treibstoff, der nach vorn gebracht werden musste, wurde größtenteils von den Transportfahrzeugen selbst verbraucht. Um ihn zu sparen, setzte man stellenweise Lastkamele ein.


Hitler erklärt die Einnahme von Stalingrad zur wichtigsten Aufgabe der Heeresgruppe B. Die 6. Armee hat längst gemeldet, dass dazu die Kräfte nicht reichen. Am 8. November aber behauptete Hitler in seiner traditionellen Rede vor seinen „alten Kämpfern“, Stalingrad, das heutige Wolgograd, sei so gut wie erobert. Doch: außer Verdun ist niemals zuvor ein Stück Erde so erbittert verteidigt worden wie die in Trümmer geschossene Stadt durch die Sowjets, und niemals zuvor ist eine sieggewohnte Armee so jämmerlich zugrundegegangen wie die in Stalingrad. Die deutsche Katastrophe an der Wolga war die größte Niederlage der preußisch-deutschen Militärgeschichte, sie war auch die Wende des Hitlerschen Russlandfeldzuges.


Am 11. November startet die 6. Armee des Generals Paulus ihre letzte Offensive. Etwa 20.000 Sowjets halten nur noch einen Brückenkopf. Doch General Tschuikow hat die Parole ausgegeben: „Hinter uns kein Land!“ Jeder Sowjetsoldat, der sich der Wolga zurückgehend nähert, wird erschossen. Während um jeden Ziegelhaufen erbittert gerungen wird, beginnt am 19. November die sowjetische Großoffensive am Don. Der stärkste Stoß trifft die schwächste Stelle: Die 3. rumänische Armee wird von zwei Sowjet-Armeen weggespült. Südlich von Stalingrad drängt der Sowjet-Angriff die Reste der 4. deutschen Panzer-Armee nach Stalingrad hinein. Südlich davon wird die 4. rumänische Armee vernichtet. Stalingrad ist eingeschlossen. Verzweifelt wird jede Ruine, jedes Erdloch verteidigt, sogar in der Kanalisation wird gekämpft. Noch am 30. Januar 1943 funkt der zum Feldmarschall beförderte Paulus an Hitler: „Noch weht die Hakenkreuzfahne über Stalingrad. Unser Kampf möge der lebenden und kommenden Generation ein Beispiel sein, auch in der hoffnungslosesten Lage nicht zu kapitulieren. Dann wird Deutschland siegen. Heil mein Führer!“ 110.000 Soldaten müssen einen Todesmarsch in die Gefangenschaft antreten. Von ihnen werden nur 6.000 zurückkommen.- Die Schlacht um Stalingrad und am Don war mit 200 Tagen die längste und blutigste der Militärgeschichte.


Wenn Hitler der 6. Armee den Ausbruch aus der Einschließung erlaubt hätte, hat man gesagt, hätte „Stalingrad“ nicht stattgefunden. Richtig, Stalingrad nicht, aber stattdessen sogar ein Super-Stalingrad. General Tschuikow, der Sieger von Stalingrad, hat es begründet: „Schnee, eisiger Wind, die Schläge der sowjetischen Truppen hätten ihn (Paulus; H.D.) erwartet. Paulus hätte seine Armee auf der Steppe wahrscheinlich noch früher verloren.“ Dazu wäre die ganze Südhälfte der deutschen Ostfront von den Sowjet-Armeen, die die 6. Armee gebunden hatte, vernichtet worden, eineinhalb Million Mann.


Ab jetzt mussten die Deutschen zurück, die „Russen“ drangen unaufhaltsam vor. Diese Siege und ihren Endsieg hätten die Sowjets nicht so schnell errungen, wenn ihnen nicht riesige Materialströme zugeflossen wären: Bis zum Kriegende landeten 2.583 alliierte Schiffe 15.234.791 Tonnen Material in Russland an, u.a. 427.284 LKWs, 13.303 Panzer, 35.170 Motorräder, 20.000 Flugzeuge, 2.670.371 Tonnen Flugzeugbenzin und 4.478.115 Tonnen Lebensmittel.


Bei ihrem Rückzug hatten die Sowjet-Truppen Fabriken, Versorgungseinrichtungen, aber auch Wohnraum, Vorräte und Lebensmittel vernichtet. Die Zivilbevölkerung hatte daher von den Eroberern durchgeschleppt werden müssen. Bei den deutschen Soldaten hatte die Untermenschen-Propaganda der Nazis ebensowenig gegriffen wie der von den sowjetischen Polit-Kommissaren ihrem Volk befohlene Hass. Fast überall waren die Deutschen als Befreier begrüßt worden. Kein Wunder: Das Sowjet-Regime hatte den Bauern ihr Land, den Besitzenden ihren Besitz, den Gläubigen ihre Kirchen, den Republiken ihre Unabhängigkeit genommen, die Arbeiter waren vom versprochenen Paradies so weit entfernt wie nirgendwo und die Angst war allgegenwärtig. Der Sowjet-General Wlassow hielt es nach seiner Gefangennahme für seine Pflicht, für die Deutschen eine russische Befreiungsarmee aufzustellen.


Die Zahlen der vom Sowjet-Regime Umgebrachten sind tatsächlich monströs: „Der Bürgerkrieg und die Jahre der Hungersnot 1921 und 1922 hatten 16 Millionen Menschenleben gekostet. Der Dorfpogrom und die Hungersnot von 1930 bis 1932 gipfelten im Tode von 22 Millionen. Der Terror der Jahre 1935 bis 1941 kostete weitere 19 Millionen.“ Das sind 57 Millionen Tote. Davon entfallen auf die Stalin-Zeit, so hat man unter Chruschtschow errechnet, 41 Millionen. Der russische Historiker Antonow-Owssejenko zählt dazu die Gefallenen und Zivilopfer des 2. Weltkrieges, weil Stalin 40.000 Offiziere, darunter seine fähigsten Heerführer, hatte umbringen lassen, weil er seine UdSSR wider besseres Wissen nicht auf den deutschen Überfall vorbereitete und weil er im Krieg verhängnisvolle Befehle gab.


„Was ist unter diesen Umständen eher verwunderlich – dass sich so viele über den Einmarsch der Deutschen freuten? Oder so wenige?“, fragt der damalige Hauptmann der Roten Armee und spätere Nobelpreisträger Solschenizyn in seinem „Archipel Gulag“. „Und wenn die Eindringlinge nicht so stur und überheblich gewesen wären, wenn sie nicht die für Großdeutschland so bequeme Kolchosenverwaltung beibehalten hätten, wenn sie nicht mit der niederträchtigen Absicht gekommen wären, Russland in eine Kolchose zu verwandeln, so wäre uns die 25-Jahrfeier des russischen Kommunismus wahrscheinlich erspart geblieben.“


Anfangs hatten nicht wenige Sowjetbürger für die Deutschen gearbeitet und Letten vernichteten lettische, Ukrainer massakrierten ukrainische Juden. Jetzt kam zur russischen und jüdischen die deutsche Tragödie. Viele der Verfolgten, darunter viele Juden, bildeten eine Partisanenarmee, die hinter den deutschen Fronten riesige Gebiete beherrschte, Versorgungszüge in die Luft sprengte, Telefonleitungen durchschnitt, jede Angriffsvorbereitung den Sowjettruppen meldete und schätzungsweise 300.000 deutsche Soldaten und Verwundete umbrachte.*

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