1948 - 1965 1952

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Das Jahr 1952 beginnt mit der Ratifizierung des Schuman-Planes; sechs westeuropäische Staaten schließen sich zu einer Montanunion zusammen.


Ganz überraschend bot Stalin im März 1952 die Wiedervereinigung Deutschlands an, dazu demokratische Grundrechte und eine nationale Armee. Dafür forderte er den Abzug aller Besatzungstruppen und völlige Bündnisfreiheit. Die Westmächte lehnten ab. Die meisten sahen in diesen Vorschlägen nur ein Manöver des Kreml-Tyrannen, um seine Machtsphäre bis an den Rhein vorzuschieben. Diese Regelung hätte den Sowjets eine weitere Machtausweitung beschert. Die USA hätten ihre Truppen über die ganze Breite des Ozeans zurückziehen müssen. Die Sowjets dagegen hätten sich nur bis hinter die deutsche Ostgrenze zurückzuziehen brauchen. Von dort hätten sie schnell wieder einfallen können. Die Amerikaner jedoch hätte die Weite des Atlantik ferngehalten.


Die Bundesregierung ging deshalb ihren Weg nach Westen weiter: Am 26. Mai unterzeichnete sie den „Deutschlandvertrag“. Die Sonderrechte der Besatzungsmächte wurden weiter abgebaut, man strebte ein geeintes, gleichberechtigtes Deutschland in der westeuropäischen Gemeinschaft an. Die Grenzen sollten in einem Friedensvertrag geregelt werden. Die BRD wurde vertrags- und bündnisfähig.


Am gleichen Tag fängt die DDR  an, ihre Westgrenze abzuriegeln. Die Bundesrepublik schließt danach mit fünf Staaten den Vertrag über die „Europäische Verteidigungsgemeinschaft“, die EVG. Doch die französische Nationalversammlung stimmt nicht zu. Sie tut es auch 1953 und 1954 nicht. Ein CDU-Außenpolitiker nannte den Grund: „Die Haltung von (Ministerpräsident) Mendès-France ist .. durch das Bedürfnis bestimmt, ... die Beziehungen zu Sowjetrussland nicht zu verschlechtern.“


Die Spannungen zwischen Ost und West hemmen das Zusammenwachsen Europas, sie fördern vielmehr das Auseinanderdriften von Ost- und West-Deutschland. In der DDR, der Deutschen Demokratischen Republik, wird die Landwirtschaft kollektiviert, man gründet „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften“ - LPGs - ; allen gehört nichts. Um die Erinnerung an die deutschen Kaiser und preußischen Könige auszutilgen, ließ Ulbricht , der SED-Generalsekretär und damit der eigentliche Staatslenker, das Berliner Schloss sprengen und an seine Stelle den „Palast der Republik“ bauen. In der Bundesrepublik ist es umgekehrt: Die Sozialisierungsprogramme der Nachkriegszeit wecken nur noch peinliche Erinnerungen, die Konzerne, die „entflochten“ worden waren, strebten wieder zusammen. Man braucht leistungsfähige Betriebe, denn das weltweite Wettrüsten ist in vollem Gange. In den USA wird die erste Wasserstoffbombe erprobt. Die UdSSR wird ein Jahr später damit nachziehen.

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