1948 - 1965 1954

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Amerikaner und Briten waren sehr an einem deutschen Verteidigungsbeitrag interessiert. Der britische Außenminister Eden sprach deshalb in den europäischen Hauptstädten mit der Idee vor, den Brüsseler Vertrag von 1948, den Großbritannien, Frankreich und die Beneluxstaaten gegen Deutschland geschlossen hatten, in ein Bündnis mit der Bundesrepublik – und Italien – umzuwandeln. Die drei Westmächte waren bereit, das Besatzungsstatut aufzugeben, wenn die BRD der NATO, der 1949 gegründeten „Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft“, beiträte. Das neue Mitglied habe auf die Herstellung atomarer, biologischer und chemischer Waffen zu verzichten. Das Bündnis Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und der Beneluxstaaten mit der BRD nennt sich WEU, „Westeuropäische Union“. Die „Pariser Verträge“ dazu werden im Oktober 1954 unterzeichnet. Aus einem Feindstaat unter Besatzungsrecht ist ein militärischer Verbündeter der westlichen Siegermächte geworden. Die Besatzungsmächte werden zu Schutzmächten, die Hohen Kommissare zu Botschaftern, die Besatzungstruppen zu Stationierungskräften. Die Geburtstunde der westdeutschen Bundeswehr schlägt am 12. November 1955. In der Wagenhalle einer Kaserne werden 101 Offiziere vereidigt. Nur 10 sind schon in Uniform, alle anderen noch in Zivil.

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