1966 - 1988 1986

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Der Bundeshaushalt 1986 umfasste stattliche 263,9 Milliarden. Die größten Anteile daran haben „Arbeit und Soziales“ mit 58,8 und „Verteidigung“ mit 52,9 Milliarden. Für die Schuldzinsen musste bereits der drittgrößte Posten eingesetzt werden – 34,5 Milliarden.


Das Exportvolumen liegt 1986 mit 243 Milliarden Dollar erstmals über dem der USA. Der Handel mit der DDR ist dagegen zurückgegangen. Kohle und Stahl haben ihre Rolle als Schlüsselindustrie verloren. Ausländische Konkurrenten sind billiger. 1987 beschließt deshalb der Vorstand der  Thyssen AG die Schließung großer Anlagen. Bereits zwei Jahre zuvor hatten Krupp und Klöckner fusioniert. Doch das ist erst der Anfang eines wahren Fusions-Fiebers, das auch viele Weltfirmen verschwinden lassen wird.


Während der Staat wegen zu hoher Ausgaben getadelt wird, erfährt die Öffentlichkeit, dass die Vertreter der Arbeitnehmer gröblich gemisswirtschaftet haben. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wird eingesetzt, um die Geschäftspraktiken des gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzerns „Neue Heimat“ zu durchleuchten. Die gewerkschaftseigene Krankenversicherung „Volkswohl“ muss verkauft werden. Auch die gewerkschaftseigene „Bank für Gemeinwirtschaft“ hat Schwierigkeiten. Die Deutsche Bank hat dagegen fette Gewinne eingefahren. Für 5 Milliarden hatte sie ein Industrie-Juwel, den Flick-Konzern, gekauft und ihn gestückelt weiterverkauft.


Anfang 1987 wurde der 11. Bundestag gewählt. Die SPD erlitt Einbußen, obwohl die DKP ihren 60.000 Mitgliedern empfohlen hatte, ihre Zweitstimme der SPD oder den Grünen zu geben. Die Erststimme sollte der „Friedensliste“ gegeben werden, in der sie sich selbst versteckte. Das dritte Kabinett Kohl will „Die Schöpfung bewahren – die Zukunft gewinnen“.

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