1989 - 2009 2001

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Ab 31. 12. 2001 wird der Euro in der EU offizielles Zahlungsmittel! Die Deutschen trauerten ihrer D-Mark nach, denn sie hatte sie gut leben lassen. Nun zwang ihnen der Neid der Nachbarn eine ungewisse Gemeinschaftswährung auf, die offensichtlich die Dominanz der deutschen Währung verhindern sollte. Hinzu kommt: Obwohl die Europäische Union noch gar nicht konsolidiert ist, sollen schon Aufnahmegespräche mit Polen, Ungarn, den baltischen Staaten, der Slowakei, Slowenien und Tschechien beginnen. Dabei sind dies zumeist heruntergewirtschaftete Länder, die unabschätzbare Milliarden verschlingen werden, weil sie allenfalls Agrarprodukte erzeugen, an denen wir uns schon ohne sie kaputtsubventionieren.


Doch unsere politischen Vertreter fragen uns nicht, es gibt bei uns keine Volksbefragungen und keine Volksentscheide. Die Folgen sind Politikverdrossenheit und Vertrauensverlust der Parteien. Alles nicht so wichtig, sagen Gegenstimmen. Künftig werde die Politik sowieso nicht mehr von Politikern, sondern nur noch von den Medien gemacht. Wahrscheinlich.

Das Fernsehen ist eine Supermacht. Gab es bis 1984 nur zwei Programme, so kann der verkabelte Deutsche heute zwischen mehr als 100 Programmen wählen. Und gab es in der BRD 1953 10.000 Fernsehgeräte, sind es 40 Jahre später 40 Millionen. Jeder Fernsehsprecher kann allabendlich mehr Menschen beeinflussen als der Bundeskanzler. Daher müssen sich die Regierenden möglichst medienwirksam darstellen. Verliert ein Politiker die Gunst der Fernsehkommentatoren, verliert er die Gunst der öffentlichen Meinung. Selbst wenn der Medienkonsument eine Meinung hat, kann er seiner Manipulation durch die Bildschirmmeinung kaum entkommen. Doch auch die andere Seite der Pressefreiheit ist nicht weniger gefährlich: Die Medien können jede Wahrheit töten, indem sie sie nicht bekanntgeben. Diese "Zensur des Schweigens" ist umso mächtiger, "als die Sklavenmasse der Zeitungsleser (und Fernsehkonsumenten; H.D.) ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt."


Als Äquivalent bietet das Computerzeitalter etwa die elektronisch gesteuerte Operation des Blinddarmes oder das automatische Ansteuern einer Adresse mit dem Auto durch dicksten Großstadtverkehr. Doch sogleich dämpft man unseren Stolz mit dem Hinweis, dass wir auch dadurch immer schneller zu einer technischen Kolonie Amerikas werden. Schlimmer noch: Obwohl es niemand will, werden so gut wie alle unsere Lebensbereiche erfasst, ausgewertet, „vernetzt“. Wir werden immer stärker kontrollierbar.


Dabei ist die „mentale“ Manipulation des Menschen vergleichsweise harmlos. Dagegen sind Tier und Pflanze durch gezielte Eingriffe in die Erbsubstanz für immer veränderbar. Auf unseren Feldern wachsen genetisch veränderte Pflanzen, deren Produkte wir essen. Schon konstruieren Wissenschaftler das Haustier der Zukunft, etwa das muskelbepackte Superschwein und Schafe, die ihre Wolle auf einen bestimmten Futterzusatz selbst abwerfen.* Auf Wunsch wird man bald männliche oder weibliche Nachkommen produzieren können. Lesben und Schwule werden sich ungeschlechtlich aus ihren Körperzellen vermehren können. Die lustbetonte Zeugung des Menschen wird abgelöst werden von der künstlichen Besamung mit Samenspenderwahl nach Katalog, die Eizellenspende einer fremden Frau wird sich ebenso einführen wie die „Leihmutterschaft“. Und schon bald, so ein Experte, „werde die Welt Kinder nie geborener Eltern sehen.“ Das „Klonen“, die identische ungeschlechtliche Vermehrung, machts möglich. Und da man jetzt das Genom des Menschen kennt, scheint es möglich, krankmachende Gene auszuschalten und einem Kind Erbanlagen für Intelligenz, körperliche Vollkommenheit und ein langes Leben einzupflanzen. Kommt der ideale Mensch in Sicht?

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