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Das lust- und kriegsvolle Leben Karls endet 814. Für uns ist Karl in jeder Hinsicht ein Kerl - was das gleiche bedeutet. Für die von ihm bekämpften Slawen muss er eine legendäre Gestalt gewesen sein. Schließlich hatte er auch die West- und Südslawen von den Awaren befreit und ihnen erst damit eine Entwicklungschance gegeben. Sein Name wurde schon bald von ihren Völkern als Begriff für König übernommen: russisch Koról, polnisch Król, serbokroatisch Kraj, tschechisch Král, litauisch Karalius!

Wie sein Vater, wollte auch Karl die Verteilung seines Reiches an seine Söhne nach Germanenbrauch. Auch jetzt korrigierte der Tod das Realteilungsdenken. Nur Ludwig “der Fromme” blieb übrig. Der Vater hatte ihm befohlen, sich im Aachener Münster die Krone selbst aufzusetzen. Er heißt “der Fromme”, weil er es wirklich war und weil er es sogar gewagt hatte, seinem Vater und seinen Schwestern ihr “süßes Leben” vorzuwerfen. Das Leben “am Hof”, der ja tatsächlich ein großer Bauernhof war, muss hochkarätige Playboy-Art gehabt haben. Jetzt wurden die Zeiten härter.
Um 650 hatten auch die skandinavischen Küstenbewohner den Boots-Kiel erfunden. Nun wurden die Nordmänner durch ihre Kielschiffe, die auch segeln konnten, ungeahnt manövrierfähig. Das karge Leben trieb sie an ferne Küsten. Sie waren plötzlich da, erschlugen, raubten, brannten und verschwanden. Ein solcher Feind war nie zu fassen. Sein Terror lähmte das Abendland.

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