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Das war auf dem Reichstag in Tribur bei Groß-Gerau. Wie zufällig hatte Neffe Arnulf , Markgraf von Kärnten und Pannonien, sein Heer mitgebracht, so dass sich die versammelten Großen beeilten, ihn zum König zu wählen. Arnulf war ein uriges Mannsbild von “rohem, ungestümem Wesen.” “Er war freudig, herzhafftig und geschickt zur Angreifung und Vollbringung großer Hendel, weise und verständig, in Künsten erfahren, aber hoffährtig, ehrgeizig, den Kriegsleuten zu viel Muthwillen gestattend ...” Seine zwölfjährige Regierung war eine fast ununterbrochene Reihe von Kämpfen. Er schaffte dem Norden Luft, indem er die Normannen in Brabant vernichtete, und er schützte den Südosten vor dem Großmährischen Reich, das der Slawenhäuptling Svatopluk gezimmert hatte. Da er die oströmische Mission in diesem Gebiet beendete, hatte der Papst allen Grund, ihn zum Kaiser zu krönen. Dazu nur am Rande: Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch höchst bedeutsam, dass die Kiewer Fürsten im 10. Jahrhundert beinahe zum Islam übergetreten wären, "aber wegen des muslimischen Alkoholverbots dann doch lieber christlich-orthodox wurden: Bacchus siegte hier für Christus und mit ihm Monogamie über Polygamie."


Noch in Italien wird Arnulf vergiftet. Die Chronik des Twinger von Königshofen berichtet: “Ze jüngest wart er siech und kunde ime des kein arzot vor gesin: in ossent die lüse zu tode ...” Die Läuse, die bei ihm bezeugt sind, können ihn nicht umgebracht haben, nicht einmal die Filzläuse, die man ihm zuschreibt auf Grund seiner Ausschweifungen “mit ... unsauberen Weibern.”

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