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Ottos Sieg auf dem Lechfeld bei Augsburg, wo sich später die Heere der deutschen Könige zum Romzug sammeln werden, ist total. Den feindlichen Feldherrn Horka Bulcsu, immerhin Patrizius  des byzantinischen Reiches, lässt Otto auf dem Schlachtfeld hängen - auch das ein sakraler Akt: um ihm die Heilskraft zu nehmen. Der Schlachtensieg gilt als Gottesurteil. Dann folgt ein feierliches Mahl, das die Lebenden mit den Toten vereint - nach dem “irrenden Brauch der heidnischen Vorväter”, wie Mönch Widukind barmt. Dieser Leichenschmaus wird sich in ländlichen Gegenden bis ins Atomzeitalter halten.


Es war eine Entscheidungsschlacht. Der Ort des Aufeinanderschlagens war der Gunzenlee , ein Gerichtssitz und Versammlungsort, den der Lech längst weggespült hat. Die Ungarn, ein Volk von einer Million, hatten ihre Männer “in den besten Jahren” verloren. Sie hatten nie mehr die Kraft zu ihren verheerenden Raubzügen. Sie resignierten und versuchten es in den Ebenen zwischen Donau und Theiß nun mit Ackerbau und Viehzucht. Dort entsteht bald das “Reich der Stephanskrone”. Zum Schutz vor möglichen Einfällen gründet der Sieger vom Lechfeld die bayerische Ostmark, die es schon unter dem großen Karl als awarische Mark gegeben hatte. Daraus wird einmal Österreich werden.

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