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Sechs Jahre nach seiner Kaiserkrönung gründete Otto das Erzbistum Magdeburg.   Dies war sein Lieblingsort. Nun sollten von diesem alten slawischen Handelsplatz die Völker jenseits von Elbe und Saale dem Christenglauben gewonnen werden. Das Missionsgebiet dieser Hauptstadt des Ostens, der die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Merseburg-Naumburg, Zeitz und Meißen unterstellt werden, sollte nach Osten unbegrenzt sein. Bis Kiew sollte missioniert werden. Doch die Glaubensboten aus Byzanz waren schneller. Deshalb wurde Magdeburg nicht, wie geplant, zum „Neuen Rom“. Moskau wird Kiews und schließlich auch Konstantinopels Erbe und damit das „Dritte Rom“ werden. Sein Kaiser, der Zar, wird sich ebenfalls als Nachkomme Cäsars fühlen und auch für sich virtuelle Weltherrschaft beanspruchen.


Mit einundsechzig Jahren ist der Kaiser nun schon ein Greis. In diesen Zeiten wird früh - mit fünfzehn bis siebzehn - geheiratet. Früh werden Kronen und Throne erworben. Die meisten Kaiser kommen mit weniger als 25 Jahren dazu. Auch die Vasallen und Berater sind meist Jünglinge. Sie alle, Kaiser, Adel und Volk, verbrauchen sich in Strapazen, die den wellnessverwöhnten Körpern des heutigen Menschen nicht mehr vorstellbar sind. Im folgenden Vierteljahrtausend werden nur zwei Kaiser die sechzig überleben und nur einer - Barbarossa - die fünfundsechzig.

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