486 - 1007 983

postheadericon 983

Sein Sohn wurde in Aachen als Otto III.  zum Kaiser gekrönt. Ein Kind war König. Regieren musste seine Mutter Theophano, die sich deshalb “Theophanius von Gottes Gnaden Kaiser” nannte. In Willigis von Mainz hatte sie einen vorzüglichen Berater. In Italien regierte Großmutter Adelheid. Sofort erneuerte sie den Vertrag Ottos II. mit Venedig. Wieder brachten die Venezianer jährlich einen Mantel (!) und 50 Pfund Silber an den Königshof in Pavia. Aber die bigotte alte Frau verschleuderte zuviel Reichsgut an die Kirche. Es kam zum Krach mit Theophano, die ihrem Sohn das Erbe ungeschmälert erhalten wollte. Der war zwischendurch gekidnappt worden vom Bayernherzog Heinrich "dem Zänker”, der als nächster männlicher Verwandter Vormundschaft und Regierung beanspruchte. Als Otto elf ist, stirbt seine Mutter an der Schwindsucht. Man begrub sie in Köln in der Kirche des heiligen Pantaleon, dessen Reliquien sie einst mitgebracht hatte.


Otto III. wird oft als intellektueller Spinner eingestuft. “Wunder der Welt” hatte man ihn genannt. Er erklärte Rom zur Hauptstadt der Welt, die römische Kirche zur Mutter aller Kirchen. Das hinderte ihn nicht, den von ihm ernannten Papst, seinen Vetter, zurechtzuweisen, die Konstantinische Schenkung als Fälschung zu bezeichnen und in Italien deutsche Bischöfe einzusetzen. Mit so schrillen Tönen begann bereits zu dieser Zeit der “Kampf um Rom” zwischen Kaiser und Papst. Rom war seine, nicht des Papstes Stadt. Doch “seine” Römer mochten ihn nicht.

zurück weiter