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Diesmal ist Erzbischof Albero von Trier der Königsmacher, weil Mainz und Köln nicht besetzt waren. Er hoffte auf den vornehmeren Erzstuhl von Mainz umsteigen zu können. Die Wahl wurde vorverlegt und der Staufer Konrad III.  in Koblenz zum König ausgerufen und in Aachen gekrönt. Mit einer Wahlmanipulation und einem schwachen König begann die Epoche der Staufer. Aus dem Landadel waren sie unter Heinrich IV. hochgekommen. Jetzt hatte einer von ihnen den schwindelerregenden Gipfel erreicht.


Gleich gab es Krieg mit Heinrich, dem Welfen. Konrad nahm ihm beide Herzogtümer. Sachsen revoltierte unter der alten Kaiserin Richenza. Als Heinrich der Stolze stirbt, geht der Kampf weiter, um dem kleinen Heinrich, dem späteren „Löwen“, das Erbe zu erhalten. In Süddeutschland hatte Konrad mehr Erfolg. Er eroberte die Stadt Weinsberg und zwang die Burg zur Kapitulation. Die Männer sollten als Rebellen erschlagen werden, den Frauen bewilligte er freien Abzug, bei dem sie ihre wertvollste Habe mitnehmen könnten. Als die Schwäbinnen darauf mit ihren Männern auf dem Buckel aus dem Burgtor wankten und man ihm riet, nun alle zusammenzuhauen, soll er gesagt haben: “Ein Königswort soll man nicht drehn noch deuteln.” Die Burg Weinsberg heißt seither “die Weibertreu”. Ihm haben schon die Zeitgenossen bescheinigt, er sei edel und höflich gewesen.


Seit Otto I. war er der erste König, der nicht zum Kaiser gekrönt wurde. Schlimmer war die nationale Polarisierung. Die Schlachtrufe der Gegner kennzeichneten sie: “Hie Welf” - “Hie Waibling”. Die Welfen, das war das mächtigste Geschlecht, große Herren schon, als man die Staufer noch nicht kannte. Sie, die Staufer, wurden auch Waiblinger genannt nach Waiblingen im Remstal bei Stuttgart. Dort hatten sie Burg und Besitz von den Saliern geerbt. Verglichen mit den Welfen Parvenüs, waren sie jetzt Könige. Doch an der Ausübung der Königsrechte hinderte sie die Gegenpartei. Die „Waiblinger”, das war die kaiserliche Partei. Die „Welfen”, das war alles, was gegen den Kaiser stand. Es war die Partei der Fürsten und die des Papstes. Erbitterte Gegnerschaften auch in Reichsitalien: Hier die Papstpartei der “Guelfen”, dort die Kaiserpartei der “Ghibellinen.”


In den syrisch-palästinensischen Kreuzfahrerstaaten, die Lehen des oströmischen Kaisers sind, ist die Bedrängnis durch die Türken groß. Der Papst ruft das Abendland zu Hilfe. Der Propagandist des kommenden Kreuzzuges ist Bernhard von Clairvaux. Zu Weihnachten 1145 hatte der Franzosenkönig “das Kreuz genommen” und sich zum Waffengang gegen „die Ungläubigen“ verpflichtet. Zu Weihnachten 1146 predigte Bernhard im Speyrer Dom. Dabei drehte der charismatische Fanatiker den widerstrebenden König und viele Fürsten um; der Kreuzzug wird beschlossen. Dieser zweite Kreuzzug, der im Sommer 1147 planlos begann, wurde zur Katastrophe. Verluste: 18.000 Mann. Der König kommt malariakrank zurück.


Gleichzeitig hatten sich die Sachsen ihren eigenen Kreuzzug gegen die heidnischen Wenden  von Bernhard und seinem Papst verordnen lassen. “Taufe oder Tod” war die Losung.

Heinrich “der Löwe” war als Herzog wieder anerkannt. Seinen Anspruch auf Bayern hatte er bereits angemeldet. Auch dieser Kreuzzug wurde eine Pleite. Man versuchte es dann wieder friedlich miteinander. Der in Brandenburg herrschende Hevellerfürst hatte Albrecht “den Bären” zum Erben eingesetzt. Ab 1157 nannte er sich Markgraf von Brandenburg.


Konrad III. bereitete seinen Romzug vor, der ihm endlich die Krone bringen sollte. Der Tod vereitelte es. Im Bamberger Dom ist er neben Heinrich II. begraben.

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