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Zu seinem Nachfolger bestimmte er seinen Neffen, den Schwabenherzog Friedrich. Er wurde von allen Fürsten zum König gewählt. Es war die erste Königswahl in Frankfurt. Da die Stadt das Fest gut ausgerichtet hatte, blieb man bei ihr. Bis zum Ende des alten Reiches werden noch dreiundzwanzig Wiederholungen folgen.


Die Geschichtsbücher wollen uns glauben machen, die Wahl sei in vorbildlicher Eintracht verlaufen, weil die Wähler - den Bürgerkrieg vor Augen - in Friedrich I. , dem Sohn einer Welfin, den Vermittler zwischen den verfeindeten Familien gesehen hätten. Doch es war gelaufen wie immer: Der mächtigste Fürst, der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen mit Anspruch auf Bayern, war Gegenkandidat gewesen. Auch diesmal wählten die Fürsten den weniger Mächtigen. Der hatte vorher die Wähler der Gegenpartei durch Versprechungen gewonnen. Seine spätere, weise erscheinende Ausgleichspolitik war nur die Abwicklung seiner Wahlversprechen. Den oberschwäbischen Welf VI. belehnte er mit der Toskana und dem Mathilde-Besitz, mit Spoleto und Sardinien. Berthold IV. von Zähringen erhielt die Stellvertretung des Königs in Burgund erneuert. Alles Titel ohne Mittel. Herzog Heinrich, der - so ein Zeitgenosse - “hochmütigste und brutalste Mensch aller Zeiten”,  war isoliert.


Friedrich galt seiner Zeit als schöner Mann, und eine zu seinen Lebzeiten entstandene Büste, "nach dem Bildnis des Kaisers geformt", bestätigt dies. Die Italiener benannten ihn nach einer Äußerlichkeit: „Barbarossa“, Rotbart. Wie der Klatsch wusste, färbte er ihn sorgfältig. Mit seinem Charme und seinem hoheitlichen Gebaren war er die Verkörperung hoher Herrscherwürde. Die Realitäten schlugen ihm jedoch empfindliche Wunden.


Eine besondere Ausbildung hatte er nicht erhalten. Es ahnte ja niemand, dass er einmal Kaiser werden würde. Sicher war er eine interessante Persönlichkeit. Er hatte befähigte Mitarbeiter, schließlich waren auch die Verhältnisse für ihn günstig. Kern seines Regierungsprogramms war, “dass das erhabene römische Reich in alter Kraft und Herrlichkeit wiederhergestellt  werde.“ Auch er sah Karl den Großen als seinen Vorgänger an. Er ließ ihn später in Aachen heiligsprechen, wohl auch, um seine Rolle als Schirmherr des Papstes deutlich zu machen. Der Rotbart befriedete und konsolidierte zuerst. Er verkündete einen Reichslandfrieden, dann setzte er einen ihm genehmen Erzbischof in Magdeburg ein und den ihm nicht genehmen von Mainz ab. Die Bischöfe spurten danach wie in besten Salierzeiten.

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